Aktuelles

Islandpferde WM in Berlin 04.-11.08.2019

 

Endlich ging es los! Schon vor einem Jahr hatten wir unsere Wochenend-Tickets für die Islandpferde-WM in Berlin gekauft und besonders Merle fieberte auf dieses große Pferdeereignis schon lange hin :)

Am Donnerstag trafen wir uns alle 6 in der Ferienwohnung in Berlin, die Sarah`s Mama für uns organisiert hatte. Nach einem gemütlichen gemeinsamen Abendessen auf dem Balkon schliefen wir mit Vorfreude ein.

Am Freitag kamen wir zu den Vorentscheidungen der T1-Prüfung (Töltpreis) auf dem Gelände der ehemaligen Trabrennbahn in Berlin-Karlshorst an. Bei herrlichstem Sonnenschein schwitzten wir recht ordentlich auf unseren Tribünen-Plätzen und bestaunten die Weltklassepferde. Wir fieberten und bewerteten mit und waren überrascht welche Unterschiede auch auf solch hohem Niveau im Können von Pferd und Reiter zu sehen waren. Wenn uns die Musik zu laut wurde oder der „Tölt im Kreis“ zu langweilig, besuchten wir die Verkaufsstände oder genossen das reichhaltige Angebot an Speisen und Getränken. Das Getümmel war recht groß, einigen fehlte die Ruhe um entspannt neues Reitzubehör zu kaufen, andere schreckte es weniger und so wurden u.a. Gerte, Handschuhe und Halfter erstanden, wobei besonders die Jüngste von uns ihr großes Verhandlungsgeschick unter Beweis stellte. Voll gefüllt mit Eindrücken ließen wir am Abend den Tag in einem Biergarten in der Nähe ausklingen.

Am nächsten Tag waren wir auf die Passprüfungen gespannt, ließen es uns aber nicht nehmen, am Morgen noch in den Müggelsee zu springen und uns abzukühlen bevor es wieder auf die sonnenbeschienene Tribüne ging. Es gelang den Reitern nicht immer ihre Pferde in den Rennpass zu legen. Das Publikum war hochgespannt und konnte trotz wiederholter Bitte des Sprechers seine Begeisterung und Anspannung nicht verbergen und beklatschte Pferd und Reiter laut. Der Samstag schien der vollste Tag und wir hatten in der Mittagspause Mühe uns durch die Menschenmengen zu schieben, um eine zweite Gruppe unseres Hofs zu begrüßen, die nur für diesen Tag angereist war. Nach kurzem Fachsimpeln zerstreuten wir uns wieder, gingen auf Schnäppchenjagd und/oder bestaunten dann die prämierten Zuchtpferde. Die Abendshow sollte uns aber auf keinen Fall entgehen und so fanden wir uns mit beginnender Dämmerung wieder auf der Tribüne ein und waren begeistert von den Showbildern und den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Pferde. Ob stehend auf ihrem Rücken, sitzend im Wagen, der halsbrecherischen Akrobatik der Trickreiter, der isländischen Quadrille oder der Freiheitsdressur von J.-F. Pignon, wurden wir nicht müde die Darbietungen zu bestaunen. Wir hatten immer noch Pferde vor dem inneren Auge als wir am Abend in unsere Betten fielen.

Am Sonntag warteten die A-Finale auf uns und die Spannung wuchs noch einmal. Schlussendlich erhielt Deutschland die meisten Medaillen, Island jedoch war Vorreiter bei den Goldmedaillen. Auch die Young Rider (ReiterInnen bis 21 Jahre) stellten unter Beweis, dass sie den Adults in nichts nachstanden und waren besonders im deutschen Team sehr erfolgreich. Mit Nationalhymne auf dem Treppchen und Ehrenrunde auf dem Pferd (natürlich im Tölt oder Rennpass) wurden die SiegerInnen gefeiert. Auch die TraktorfahrerInnen, die zwischen den Prüfungen immer wieder die Bahn glatt walzten, wurden wie die Sieger vom Publikum beklatscht und bejubelt. Die Stimmung war stets großartig und sehr heiter, wofür auch der Sprecher sorgte. Voll gefüllt mit Eindrücken von erstklassigen Pferden, (zu lauter) Musik, La-Ola-Wellen, begeisterten Menschen und dem ein oder anderen Sonnenbrand, ließen wir das erlebnisreiche Wochenende hinter uns und freuten uns darauf, bald selbst wieder im Sattel zu sitzen.

 

Sarah und Steffi

 

 Die Islandpferde WM fand dieses Jahr auf der Berliner Trabrennbahn statt. Diese Gelegenheit haben wir genutzt, um uns das Spektakel anzusehen. Ich habe mich Monate davor schon riesig darauf gefreut. Wir waren den Freitag und das Wochenende dort und haben uns die Disziplinen „T1“ das ist eine Tölt Prüfung, „T2“ das ist Tölt mit Zügel überstreichen, „V1“ ist ein Viergang-Preis (Schritt, Trab, Tölt und Galopp), „F1“ ein Fünfgang Preis (Schritt, Trab, Tölt, Galopp und Pass) und „PP1“ eine Passprüfung angesehen und mit unseren deutschen Startern mitgefiebert. Es war beeindruckend zu sehen, wie die Reiter mit ihren Pferden harmoniert haben (oder auch weniger :-). Ich finde man kann sagen, dass wir RICHTIG abgeräumt haben!

 

PS: Vielen Dank nochmal an Steffi und Sarah und an alle anderen, dass ihr mich mitgenommen habt.

 

Merle

 

Medaillenglück und Schleifenpony

 

Am letzten Augustwochenende 2019 fand wieder das OSI Schleuener Hof statt. Christian, ich, Dreyri und Carlos starteten Donnerstag Früh zum Turnier. Der Schleuener Hof liegt nördlich von Berlin in Kremmen, OT Hohenbruch. Da das Turnier letztes Jahr so schön war, freuten wir uns schon sehr darauf. Die Fahrt war alles andere als angenehm und einfach – zahlreiche Baustellen und kleinere Staus erschwerten uns die Fahrt. Nach 4,5h sind wir aber alle gesund und munter angekommen. Dreyri bekam wieder sein großes Zeltpavillon aufgebaut, damit er in der Hitze die Möglichkeit hat sich unterzustellen – dieses nutzte er die 4 Tage auch ganz ausgiebig und intensiv, sei es als Schattenspender (darunter lag immer leckeres Heu) oder als „Kratzbaum“ – leider hat das stabile Zelt nach den 4 Tagen ein paar Blessuren erlitten, welche bis nächstes Jahr behoben werden müssen.

Donnerstag probierten wir noch die Ovalbahn und die Reithalle aus und ließen sonst den Tag eher ruhig ausklingen. Beim Reiten auf der Bahn fiel hier bereits auf, dass Dreyri gut motiviert war und sehr flott töltete. Darüber waren wir ganz verwundert und auch sehr erfreut – Dreyri war in den letzten Jahren eher bekannt für sehr langsamen Tölt und Tölt, den man hart erarbeiten und v.a. bei Dreyri erbitten musste. In den letzten Wochen sind wir viel im flotten Tölt durchs Gelände – vielleicht trägt dies Früchte.

Alle 4 genannten Prüfungen lagen für uns am Freitag – das war natürlich nicht optimal – aber wir gaben unser Bestes. Gestartet ist der Freitag mit der Töltprüfung T7, gefordert sind langsames Tempo Tölt, dann ein Handwechsel und beliebiges Tempo Tölt. Dreyri fand langsames Tempo ganz schrecklich und die Prüfung ging ziemlich schief. Einerseits sicherlich schade, doch irgendwie freuten wir uns über seine Motivation, seine Energie und sein Tempo. Mittags ging es in der Reithalle mit der Gehorsam A (schwere Dressur) weiter – diese lief Dreyri sehr motiviert und genau durch und es machte wie immer super viel Spaß – unser gutes Gefühl wurde dann auch noch mit dem 1. Platz belohnt. Kurz darauf fand die Dressur Kür statt. Auch hier konnten wir uns die Bronzemedaille sichern. Schon jetzt super stolz und zufrieden, folgte am Nachmittag nun noch die 4. Prüfung des Tages – Viergang. Beim Satteln für diese Prüfung döste Dreyri noch und ich sagte zu Christian „Dreyri ist super müde, das wird jetzt sicher schwierig…“ Ich ritt nur 5 min ab, um Energie zu sparen. Christian kam kurz vor Prüfungsbeginn auch nochmal und kuschelte Dreyri und wünschte uns viel Glück.

Dreyri ist immer wieder für eine Überraschung gut – wir ritten in die Bahn, der Sprecher sagte den ersten Aufgabenteil (Tölt) an, wir ritten los und Dreyri startete wie eine Rakete mit gutem, taktvollem Tölt und überholte alle. Das war wohl das erste Mal bisher, das ich lachend auf Dreyri in einer Ovalbahnprüfung saß. Der Trab war schwungvoll und Dreyri lief mit wahnsinnig guter Energie und Raumgriff, im Schritt dann wieder die nötige Coolness und auch im Galopp zeigte er nochmals was er kann und lief mit richtig viel Spaß seine Runde. Egal, welche Note rau gekommen wäre, ich war super super stolz auf Dreyri und absolut sprachlos, was er in der 4. Prüfung des Tages hingezaubert hat. Belohnt wurde das Ganze noch von 2 Richtern, welche uns gesamt 5,8 und 5,9 gaben. So waren wir im Viergang in einem großen Starterfeld auf Platz 3 und damit für das Finale am Sonntag qualifiziert. Für Dreyri gab es eine Dusche, Müsli, Elektrolyte, Banane und sein geliebtes Malzbier. Den Abend ließen mein Mann und ich wieder im Restaurant „Forsthaus am Schloss“ ausklingen. Fantastisches Essen und wunderbare Location.

Samstag war ein ruhiger Tag, Dreyri hatte frei, schlief und mümmelte den ganzen Tag. Christian, ich und Carlos schauten viele schwere Prüfungen – Töltpreis, Viergangpreis, Fünfgangpreis und genossen den Nachmittag an einem nah gelegenen See. Im Sonnenuntergang gingen wir noch mit unserem Dreyri ein schönes Ründchen spazieren. 21 Uhr fand der Mitternachtstölt statt. Schön war, dass es wirklich schon richtig dunkel war und man die Beleuchtung der Kostüme so wunderbar sah. Kreative Kostüme, gute Stimmung und schnelle Tölteinlagen ließen den Abend ausklingen.

Sonntag stand nun unser Viergangfinale an. Ich merkte recht schnell, das mein lieber Dreyri recht müde war. Zudem wurde entschieden, dass das Finale auf der rechte Hand (unsere Schlechtere) geritten wird. Wir schafften unseren 3. Platz zu verteidigen und konnten eine weitere Schleife und Medaille gewinnen.

So fuhren wir glücklich und k.o. mit unserem lieben „Schleifenpony“, auf das wir sehr stolz sind, am Sonntagnachmittag wieder nach Hause. Hier wurde er von Lektor und Hábi freudig begrüßt. Sein Kumpel Hábi wollte vor lauter Freude dann gleich mit Dreyri spielen und rum galoppieren. Das lehnte Dreyri dann erstmal ab und kümmerte sich ums Essen.

Am Ende noch positiv zu erwähnen ist unser Prager-Rattler Rüde Carlos – er war das gesamte Turnier gut gelaunt, freundlich und sehr kooperativ. Auch er hat dafür ein Schleifchen verdient.

 

Wahrscheinlich beenden wir hiermit unsere kurze, aber erfolgreiche Turniersaison und üben fleißig für 2020.

Josefine Heinrich-Seyfarth

Sommer, Sonne, Reitkurs!

Am 27. und 28. Juli 2019 trafen sich wieder einige Vereinsmitglieder, um einen Wochenend-Reitkurs mit Jenny John (IPZV-Trainerin B) zu bestreiten. Bei heißem Wetter mit viel Sonne nahmen die zumeist Zweierpaare an je zwei Reitstunden täglich teil. Morgens um 10:30 Uhr kam Jenny gut gelaunt vom Unterricht an der neuen Zweigstelle - also Josi, Dreyri, Hábi und Lektor – um mit den sehr individuellen Reitstunden zu beginnen. Der viele Input und die hervorragende Unterrichtsweise brachten bei allen Reiter-Pferd-Paaren neue Erkenntnisse und Möglichkeiten, bis zum nächsten Jennytraining zu üben. Die spannenden Theoriestunden darf man hier natürlich nicht vergessen: Am Samstag ging es um Unarten von Pferden, woher diese kommen und natürlich wie man sie wieder los wird. Ein Thema, mit dem sich jeder Reiter einmal auseinandersetzen sollte – bei uns jedenfalls brachte die Theorie einige „Aha!“ Momente. Am Sonntag sprachen wir über die Bewertung bei Turnieren, besonders im Hinblick auf die kommende WM. Dass es ganze 5 Kriterien gibt, nach denen die Richter urteilen und was sogenannte Firewalls sind, haben wir unter anderem erfahren.

Ein Dankeschön geht an Babet für den leckeren Kuchen, das viele Eis und natürlich die tolle Hofatmosphäre, an Lisa für das Essen-Organisieren und nicht zuletzt an Jenny für die wunderbaren Reit- und Theorieeinheiten!

Wir freuen uns auf das nächste Mal!

 

Selma Hirche

OSI Urspringen

 

Groß war die Vorfreude auf das erste Turnier des Jahres 2019 – OSI Urspringen vom 28.06.-30.06.2019.

Angemeldet hatten sich Babet mit Sleipnir, Antonia mit Sleipnir und Sjoli, Lisa mit Muggur und ich mit Dreyri. Ich empfand es besonders aufregend im Vorfeld, da mein Mann und ich erst Anfang April mit unseren Vierbeinern in ein Eigenheim gezogen sind – so war es zum Einen spannend mit den anderen 2- und 4-Beinern ein schönes Turnier Wochenende zu verbringen und zum Anderen war ich aufgeregt, wie unser Training in neuer Umgebung wohl funktioniert hat.

Leider konnten wir am Freitag früh (28.06.2019) nur zu zweit – Lisa und ich – mit unseren Pferden die Fahrt antreten. Sleipnir ging leider nicht „ganz klar“ und hatte vorher noch Pech mit seinen Hufeisen, sodass Babet und Antonia zu Hause blieben. Die Fahrt klappe problemlos und wir fuhren nur knapp 2,5h.

Angekommen bauten wir unseren 2 jedem ein Pavillonzelt mit Paddock auf und beide genossen sichtlich ihr Schattenplätzchen über die 3 Tage. Freitag Abend probierten wir noch die Ovalbahn und befanden sie für gut bereitbar. Natürlich war es auch ein tolles Gefühl mal wieder auf einer Ovalbahn zu reiten. Im Anschluss haben wir den Abend noch zu 4 (Lisa, Frank, Christian, Josi) beim Italiener gemütlich ausklingen lassen.

Samstag ging es für Lisa und mich mit einer Töltprüfung (T8) los. Wir waren beide mit unseren Pferden sehr zufrieden – sie liefen toll! Dreyri schaffte es sich für das am So stattfindende Finale zu qualifizieren. Darüber war ich natürlich sehr stolz. Am Samstag folgte zudem am Nachmittag noch die Turnierprüfung Viergang (V5) für Lisa und mich. Auch hier lieferten beide Pferde sehr zufriedenstellende Leistungen ab. Es schien Dreyris WE zu sein – auch hier schaffte er es ins Finale am Sonntag. Mein lieber Dreyri, der bisher eher Freude an der Dressur fand, gab nun das erste Mal „Gas“ – mein Mann Christian und ich waren baff und glücklich zugleich. Am Samstag Abend gab es 2 Highlights – zum Einen spielte eine Band („Hard Touch“) und man konnte den Abend mit den anderen Reitern und Isi-Begeisterten nett ausklingen lassen. Zum Anderen der legendäre Mitternachtstölt um 21 Uhr. Lisa startete mit ihrem Muggi, was die Sache natürlich noch spannender machte. Die Ovalbahn war mit Fackeln beleuchtet, die Zuschauerränge waren voll, die Stimmung war angeheizt und dann ritten nach und nach die Teilnehmer mit tollen Kostümen und Beleuchtungen ein. Lisa und Muggi ritten als Peter Pan. Lisas Pferd Muggi entdeckte in dieser aufregenden Kulisse und den bunten Lichtern sein „Gaspedal“ und töltete sehr flott und mit guter Energie. Auch ihm neu gestellte Aufgaben, wie das Zügel überstreichen, meisterte er gut. Die beiden lieferten eine gute Performance auf der Bahn ab.

Sonntag ging es für mich und meinen Dreyri weiter mit den 2 Finalritten. Die Töltprüfung lief fantastisch und wir konnten uns mit einer neuen persönlichen Bestnote von 5,93 durchsetzen und die Prüfung gewinnen. Die Viergangprüfung fand auf der rechten Hand (seine schlechtere) statt. Jedoch konnte er sich auch hier durchsetzen und wir konnten den 2. Sieg des Tages feiern. Ungläubig, sprachlos, zufrieden, fröhlich, glücklich packten wir am Sonntag Nachmittag unsere Sachen zusammen und fuhren nach Hause. Dreyri fiel der Abschied von seinem Kumpel Muggi (der ja in Cospeda raus gelassen wurde) anfänglich schwer und er wieherte noch einige Male auf der Fahrt zu uns. Aber zu Hause angekommen, warteten seine 2 Freunde Lektor und Hàbi schon auf ihn und begrüßten ihn herzlich mit einem Wiehern. Am Abend frönten wir noch unserer Tradition und trafen uns mit Babet beim Essen und tauschten uns über unsere Wochenenden aus.

Eines ist klar – 2021 OSI Urspringen wir kommen gerne wieder!

 

Josefine Heinrich-Seyfarth

Eine Zweigstelle?

 

Anfang 2018 kauften mein Mann Christian und ich ein Haus und Land in dem schönen und sehr gepflegten Örtchen Hirschroda. Ende 2018 konnten wir mit dem Umbau beginnen – da es sich um ein Hanggrundstück handelt, gestaltete sich das nicht immer einfach. Eines war uns von Anfang an klar – unsere lieben Pferde ziehen mit um und darauf freuten wir uns auch wahnsinnig.

Anfang April 2019 war der Umbau so weit vorangeschritten, das wir einziehen konnten. Koppelflächen gibt es für unsere Pferde ausreichend, sodass sie ebenfalls Anfang April einziehen konnten. So groß meine Freude war, so nachdenklich war ich auch. „Ist es richtig die Pferde aus ihrer jahrelang gewohnten Umgebung „zu reisen“?“ „Werden sie sich gut einleben?“ „Werden sie sich wohl fühlen?“ „Bekomme ich die alleinige Versorgung gut hin?“ „Klappt der Transport?“….viele Gedanken schwirrten mir im Kopf herum.

1999 waren meine Eltern mit mir das erste Mal auf dem Hof von Babet – seitdem „nervte“ ich „Ich will reiten…“. Seit 2000 war ich dann regelmäßig auf dem Hof zugegen. Der Hof ist über die vielen Jahre und die vielen Erlebnisse zu einem 2. Zuhause geworden. Deshalb fiel mir diese Art „Abschied“ – obwohl nur 15 Autominuten zwischen uns liegen - schwer. Andererseits verspürte ich auch ganz viel Freude und Glück, das meine lieben Pferde endlich am Haus stehen und ich sie sogar aus dem Fenster beobachten kann. Auch die aufwendige Lektor-Versorgung zu vereinfachen, gefiel mir.

Am 7. April 2019 war es nun so weit. Dreyri und Lektor zogen um.

Lektor ist sehr lange keinen Anhänger mehr gefahren. Ich hatte mit meinen Beiden im Vorfeld schon immer über den Umzug „gesprochen“ – nun kann man sich streiten, ob Pferde das verstehen – ich denke ja! Sie sind beide sehr gut und vertrauensvoll in den Hänger gestiegen. Auf der Fahrt fiel dann die ganze Anspannung von mir und meinem Mann ab und wir mussten erst einmal tief durchatmen. Wir sind gut angekommen und meine 2 nahmen die Koppel an, als wären sie schon immer hier gewesen.

 

Ein paar Tage später zog auch noch mein junger Hengst Hàblessur zu uns. Er war bis dato in Hessen untergebracht. Auch hierauf war meine Freude groß – endlich konnte ich mein 3. Pferd zu uns holen und auch richtig kennen lernen. Auch er meisterte den Transport gut und zeigte sich sehr souverän. Dreyri und Hàblessur hatten anfängliche Streitigkeiten, da sie ihre Rangordnung nicht klären konnten. Nach einigen Tage legte sich dies aber. Mittlerweile vertragen sie sich.

Da wir natürlich im Verein/Vorstand bleiben, nenne ich unser neues Zuhause gerne „Zweigstelle“.

Josefine Heinrich-Seyfarth

 

So viele Veränderungen bei den Pferden


Momentan stehen auf den Koppeln bei uns 16 Isländer. Das ist fast so etwas wie ein historischer Tiefstand und erstmalig ist unser Stall ein reiner Islandpferdehof.
Wie kam es dazu?


Im Spätherbst letzten Jahres ist Silvana, die Anglo-Araber-Stute nach Meiningen gezogen, weil Tilman, ihr Besitzer mit Beginn des Jahres 2019 dort lebt und arbeitet. Um ihr einen Stallplatz zu sichern, ist sie schon zu diesem Zeitpunkt dorthin gebracht wurden. Im Oktober 2002 kam sie als junge Stute südlich von Usedom hierher. Eigentlich sollte sie ein Distanzpferd werden, aber es blieb wegen Zeitmangels ihres Reiters bei einem Distanzritt 2005 in Moritzburg, den sie allerdings sehr gut gemeistert hat.
Sie steht nun in einem großen Pensionsstall, in dem vor allem das Springreiten eine wichtige Rolle spielt. Die Umstellung war für sie nicht leicht; inzwischen hat sie in ihrem Boxen- und Paddocknachbarn einen neuen Freund gefunden. Tilman joggt oft mit ihr im Wald. Auf die Reitmöglichkeiten im dortigen Wald können wir hier nur neidisch sein.


Nach Silvanas Umzug habe ich den Bestand schnell wieder aufgefüllt. Durch Zufall fand ich eine Islandstute, die in der Nähe von Bad Langensalza angeboten wurde und sehr günstig war. Meyja heißt das Schnäppchen und ist eine große (145 cm), schöne (dunkelwindfarbene), durchaus begabte, aber auch nicht ganz einfache Stute. Den Winter über hatte sie einen Einzelpaddock neben den anderen Pferden. Es gab Momente, da hätte ich sie gern wieder an die Verkäuferin zurück gegeben, aber Antonia glaubte an dieses Pferd und hat – so sieht es zumindest jetzt aus – recht gehabt. Elisa, die hier auch Reitunterricht gibt, reitet sie inzwischen auf dem Platz und Antonia war zusammen mit einer Gruppe auch schon mit Meyja im Gelände. Da bisher an der Rittigkeit gearbeitet werden musste, haben wir mit dem Tölt noch nicht begonnen. Aber es ist genügend davon da...

 

Die nächste Veränderung ist die für mich schwerste gewesen. Hrima ist am 8. Februar in der Leipziger Tierklinik eingeschläfert wurden. Dass ein 32-jähriges Pferd stirbt, ist nicht so ungewöhnlich, die Umstände waren aber tragisch. Vier Tage vorher hatte sie eine zunächst leicht erscheinende Kolik, die nach der Behandlung überstanden schien, doch ein paar Stunden später begannen die Beschwerden wieder und am Morgen noch einmal. Deshalb fuhren wir sie in die Klinik. Dort wurde sie sehr gründlich untersucht und es schien klar, dass das Problem im Dünndarmbereich steckte. Obwohl ich mir vorher ziemlich sicher war, ein Pferd in diesem Alter nicht mehr operieren zu lassen, ordnete ich Hrimas Verhalten und die Beratung der Ärztinnen dort falsch ein und ließ die OP zu. Positiv formuliert kann man sagen, dass alles versucht wurde. Aus heutiger Sicht hätte ich ihr das gern erspart. Wir waren bei ihr, als sie friedlich eingeschlafen ist. Nach 23 Jahren gemeinsamer Zeit fehlt sie noch immer.

 

Lange haben Josi und Christian nach einem eigenen Haus und Grundstück gesucht. In diesem Frühjahr konnte eingezogen werden. Deshalb gab es im April einen weiteren Abschied. Lektor und Dreyri, unsere ehemaligen Pferde, die aber nun schon lange Josi gehören, wurden in ihr neues Zuhause (zum Glück nicht so weit weg) gebracht. Es war ziemlich aufregend, weil niemand vorher sagen konnte, wie der alte Lektor auf den Pferdehänger gehen würde. Wahrscheinlich hat er sich an seine Zeiten als Turnierpferd erinnert und ist völlig unkompliziert auf die Reise gegangen. Die nächste Aufregung betraf Josis Pferd Nummer 3, Hablessur, der, weil er ein Hengst ist, nicht bei uns lebte, sondern anderweitig untergebracht war. Die Zusammenführung von Dreyri und Habi war nicht ganz undramatisch. Inzwischen verstehen die beiden Füchse sich aber gut

 

Babet Lehmann

 

Trainingswochenende mit Jennifer John am 6./7. April 2019

 

Am ersten Aprilwochenende erwartete 11 motivierte Teilnehmer ein neuer Wochenend-Reitkurs mit IPZV-Trainerin B Jennifer John. Jeder Reiter nahm an zwei Reiteinheiten pro Tag in Zweiergruppen teil. Durch die regelmäßigen monatlichen Trainingstage in Cospeda sind Jenny alle Zielstellungen und Probleme der einzelnen Reiter-Pferd-Paare bereits bekannt und so konnte in Dressur- und Töltstunden direkt weiter an einzelnen Lektionen gearbeitet werden.

Dank des sonnigen Frühlingswetters genossen wir unsere Mittagspause mit leckerer Pizza im Freien im Hof des Alten Pfarrhofes und gingen anschließend frisch gestärkt in die Theorieeinheit über.  Gebäudebeurteilung stand auf dem Programm, für alle ein spannendes Thema, bei dem jeder neue Erkenntnisse gewinnen konnte. Als erstes merkte der ein oder andere dass das korrekte Aufstellen und die Präsentation seines Reitpferdes gar nicht so leicht ist. Minutenlang stillstehen, Beine sortieren und dabei noch aufgeweckt schauen ist für die Pferde doch eine recht schwierige Übung! Als die korrekte Aufstellung geschafft war, wurden die Stärken und Schwachstellen der verschiedenen Pferde erörtert und verglichen und es konnten aus dem Gebäude Rückschlüsse auf die Reiteigenschaften und Gangverteilung gezogen werden. Besonders spannend war die Beurteilung der beiden jüngsten Pferde Elfa und Gandur: Sie zeigten ihre Gänge im Roundpen im Freilauf und so bekamen wir eine Vorstellung davon, welche Talente sie später als Reitpferd haben werden.

Es war wieder ein gelungener, lehrreicher und fröhlicher Kurs, bei dem Jenny wie gewohnt auf jeden individuell einging und jeder Reiter wieder viele Übungsideen und „Hausaufgaben“ bis zum nächsten Training mitnehmen konnte.

 

Lisa Wirker

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