Elses Blog

Di

10

Jul

2018

Was ich noch gar nicht erzählt habe...

Ich durfte doch tatsächlich mal wieder bei einer Reise mit den Pferden dabei sein. Am Himmelfahrtstag haben mich Antonia und Frauchen in das voll bepackte Auto noch irgendwie hinein gequetscht. Nachdem das Verladen von Sjoli und Sleipnir (und Dreyri, der mit Josi und Christian verreist ist) endlich geschafft war (Sjoli wollte nicht und Sleipnir musste sich deshalb fürchterlich aufregen.), ging es los bis nach Berlin. Hat ewig gedauert. Erst gab es immer wieder Stau, dann hat in Berlin das blöde Navi den Weg nicht gekannt.
Als dort endlich alles aufgebaut war, gab es ein Gewitter, einer der beiden Pavillions flog durch die Luft, alle waren klatschnass und ich habe mich gefragt, worin denn da der Spaß besteht. So ging es noch eine Weile weiter. Am nächsten Morgen, kurz vor den ersten Prüfungen, sollten wir mit allem umziehen, weil die Leute, die sich dort um alles kümmerten, plötzlich gemerkt hatten, dass man da nicht zelten und Koppeln haben durfte. Na toll. Die Laune von Frauchen und Co. wurde immer mieser. Dann sind sie erst einmal geritten auf der großen Ovalbahn, auf der schon mal eine Weltmeisterschaft war und bald wieder eine sein soll. Aber wie Weltmeister haben sich unsere Pferde nicht benommen. War zum Teil nicht so toll. Frauchen hat gesagt, dass es bei ihr daran lag, dass sie mit Sleipnir vorher zu oft geübt hat. Sie hat ihn nämlich nicht nur einmal vor dem Turnier geritten sondern gleich dreimal...
Aber für Antonia und Josi wurde es dann besser und sie haben noch bunte Schleifen gewonnen.
Sjoli hat das erste Mal bei Passrennen mitgemacht. Antonia hat das mit ihm Zuhause seit einiger Zeit auf dem Schrankenweg geübt. Dort in Karlshorst hat er nicht gleich verstanden, warum er von den anderen Pferden möglichst schnell weglaufen soll. Aber das wird schon noch. Aufregend war es auf jeden Fall. Mein Hundefreund Carlos, der auch mit war, hat zwischendurch mal die Nerven verloren und so getan, als ob er eine Bestie ist.
Es war dauernd etwas los. Am Samstagabend, da war die Jenny dann auch da, weil sie als Richterin auf dem Turnier arbeiten sollte, sind wir in ein chinesisches Restaurant gegangen. Das war dann mal etwas zum Ausruhen. Allerdings war Antonia da schon krank. Sie hat Josi und Frauchen angesteckt, die dann fast vier Wochen lang Husten, Schnupfen, Hals- und Kopfweh hatten und dauernd schlapp waren. Zum Glück hat sie mich nicht auch noch angesteckt.
Ich fand ja schon die Hinfahrt sehr lang und anstrengend. Das war aber nichts zur Heimfahrt. Da gab es gleich am Anfang Stau und weil sie dem entkommen wollten, sind Josi und Frauchen mit den Autos und den Hängern einen anderen Weg gefahren. Leider hatten ganz viele andere Leute die gleiche Idee. Und einige von denen waren so genervt, dass sie einmal fast in Josis und dann fast in Frauchens Auto hinein gefahren wären.
Zum Glück sind wir alle lebend Zuhause angekommen. Die Pferde waren froh, dass sie wieder auf die Koppel durften. Ich habe mich auf meinen Sessel gelegt und bis zum nächsten Morgen geschlafen. Frauchen und Antonia haben den Fernseher angemacht und den „Tatort“ geschaut. Der hatte schon angefangen, aber sie waren so geschafft, dass sie davon sowieso nicht viel mitbekommen haben.
Danach wollten sie erst mal nichts mehr von Turnieren wissen. Josi und Lisa sind dann aber doch auf ein kleines Turnier nach Illsitz gefahren und haben viele Schleifen mit nach Hause gebracht und Frauchen und Antonia haben beinahe an einem Turnier in Bayern teilgenommen. Ich bin ehrlich gesagt nicht traurig, dass daraus nicht geworden ist. Womöglich hätten sie mich wieder mitgenommen und ich hätte Stunden im Auto zubringen müssen...

Di

10

Jul

2018

Ich bin doch nicht alt!

Da hat doch tatsächlich gestern diese nette alte Dame, zu der ich mich gesetzt habe, weil ihr Dackel nicht mehr lebt und sie deshalb allein spazieren gehen muss, zu Frauchen gesagt: „Na, die Else ist muss doch  schon Zwanzig sein.“
Sehe ich so alt aus? Laufe ich so schlapp durch die Gegend? Oder sind es nur meine Stichelhaare, die wie graue Haare aussehen? Auch am Bäckerauto, zu dem mich Frauchen immer mitnimmt, behaupten immer wieder Leute, dass ich sicher schon gaaanz alt sein müsste.
Frauchen meint, das kommt daher, weil ich so bekannt im Dorf bin und alle denken, ich sei schon immer da gewesen.
Trotzdem, für alle, die das jetzt lesen: Ich bin nicht alt! Ich hatte am 13. April meinen 12. Geburtstag. Damit bin ich als kleine Mischlingshündin im besten Alter.
Allerdings behauptet Frauchen inzwischen manchmal auch, dass ich anfange verwirrt zu werden. Das sagt sie nur, weil ich seit einiger Zeit auch im Mühlenweg herum liege und aufpasse. Dabei ist mir nur mein altes Revier zu langweilig geworden.

 

Mo

09

Jul

2018

Alle da? Ja!!!

Weil Frauchen Urlaub hat, geht sie mit mir und den drei Ziegen Hildegard, Cordula und Josef, morgens zu den Pferdekoppeln spazieren. Ich bin dabei nur zum Teil begeistert, weil die Koppel mit den Isländern derzeit richtig weit weg ist und ich finde, dass man dorthin viel bequemer mit dem Auto kommt. Außerdem nerven die Ziegen, die nicht einfach nur gerade aus laufen, sondern dauernd Bocksprünge einbauen müssen. Übrigens ist die Herde jetzt wieder komplett. Hnysa und Elektra sind aus Chemnitz vom Beritt zurück. Sie haben ganz viel gelernt und die Ausbilderin war mit ihnen sehr zufrieden. Was Elektra so kann, hat Anna beim letzten Jenny-Training ausprobieren können. Frauchen wollte mit Hnysa dabei sein, aber Gandur wollte seine Mama nicht allein aus der Koppel lassen. Das ist so ein richtiges Muttersöhnchen. Ach so, die beiden Jungen, Gandur und Elfa sind inzwischen auch in der Herde. Da hat sich Frauchen vorher so viele Gedanken gemacht, ob das wohl gut gehen würde, weil Elfa so frech ist. War gar nicht nötig. Beide sind auf den Pferdeanhänger gestiegen als ob sie das schon ganz oft gemacht hätten und später in der Herde hat sich niemand so richtig für sie interessiert. Na ja, eigentlich kennen sich ja auch alle. Nur Drifandi hat so getan, als ob er nach sechs Wochen nicht mehr weiß, wer Elektra ist und hat den wilden Hengst gespielt. Zur Strafe musste er eine Nacht im Paddock verbringen. Darüber war er so empört, dass er am nächsten Tag beim Jenny-Training (Bei dem er das Ersatzpferd für Hnysa war.) so widersetzlich war, dass Jenny gemeint hat, er habe wohl einen Clown gefrühstückt. Wie das gehen soll, weiß ich zwar nicht, denke aber, dass es nicht wirklich lustig ist...

 

Fr

25

Aug

2017

Röntgenblick

Gestern war der Tierarzt aus Leipzig da, weil er Lektors Zähne machen sollte. Der stellt sich gerade ziemlich ungeschickt beim Fressen an und macht aus dem Gras, das er abrupft so ineinander gewickelte Röllchen. Die kann er nicht runter schlucken.
Frauchen hat die Gelegenheit genutzt und Dr. Fischer den Djarfur vorgestellt, weil der immer mal wieder lahm gegangen ist und dieser Tierarzt so ein kleines Gerät in seinem Auto dabei hat, mit dem man durch das Fell und die Haut hindurch sehen kann.
Alle hatten immer wieder gemeint, dass Djarfurs Humpelei etwas mit seinem Knie zu tun hätte. Frauchen dachte das auch und hat dem Tierarzt ihren Verdacht gesagt. Stimmte alles nicht, aber was der Tierarzt dann gesehen hat, war auch nicht gerade toll. Er hat Josi und Frauchen, die so komische blaue Schürzen anhatten, auf seinem Laptop gezeigt, was wirklich los ist.
Djarfur, hat etwas, das Arthrose heißt und im rechten Fesselgelenk sitzt.
Armer Djarfur, der immer so schnell laufen will (An ihm ist ein Rennpass-Star verloren gegangen.) und der in seinen 19 Lebensjahren gesund gelebt hat und es auch war.
Nun wird es in der Futterkammer noch ein paar Dosen mehr mit komischen Namen drauf geben, die helfen sollen, dass er keine Schmerzen hat und das Ganze nicht noch schlimmer wird. Weg geht es leider nicht mehr. Kann ich bestätigen, ich hab`s nämlich auch. Wir beide sind sozusagen Leidensgenossen. Aber es ist auch nicht das Ende. Es tut nur manchmal weh und vom faul rumliegen oder stehen wird es eher schlechter. Kann ich dem Djarfur alles mal erklären.

So, und nun mache ich meine morgendliche Runde durch den Garten.
Da gibt es auch immer wieder etwas Neues. Neulich morgens hat eine Frau mit einem großen schwarzen Hund, den ich so halbwegs leiden kann, geklingelt. Frauchen war noch im Nachthemd. Die Frau hatte eines von den Perlhühnern im Arm. Das hatte keinen Schwanz mehr und sah sehr gerupft aus. Ich vermute, der Hund hatte etwas damit zu tun. Das Hühnchen hat zum Glück überlebt, anders als seine Freundin. Von der lagen nur noch Federn auf dem Grundstück. Irgendein fieses Raubtier muss da ganz früh einen Überfall gemacht haben. Das zweite Huhn ist davon gekommen und nach draußen geflogen, wo es dann erst einmal im Maul vom schwarzen Hund landete... Jetzt ist es immer noch ein bisschen eingeschüchtert und bleibt in der Voliere bei den anderen Hühnern, die es auch nicht mehr vom Futter weg hackt und abends geht es sogar mit ihnen schlafen. Was es noch nicht weiß: Heute kommt eine neue Perlhenne und dann können sie wieder zu zweit herum schreien. Hätten sie mal vor ein paar Tagen machen sollen! Dann wäre ich nämlich ganz schnell von meinem Nachtlager aufgesprungen hätte das Raubtier verjagt.

Mi

23

Aug

2017

Was ist aus ihnen geworden?

Eigentlich wollte Frauchen nie ein Pferd weggeben. Und dann ist es irgendwann doch passiert. Erst hat Josi den Lektor bekommen, dann hat Tilman die Mira verkauft, später hat Frauchen Moldi, Annabell, Monty und Dreyri auch noch hergegeben.
Lektor und Dreyri wohnen noch hier auf dem Hof und gehören der Josi. Da weiß Frauchen natürlich, dass es ihnen gut geht. Was genau aus Mira geworden ist, weiß sie leider nicht, weil die Lisa (Keine von den drei Lisas hier im Verein.), die sie damals gekauft hat, sie dann leider wieder abgegeben hat.
Um so mehr freut sie sich immer, wenn sie mal etwas hört von ihren ehemaligen Pferden.
Annabell hat ja noch lange als Steffis Pferd hier weiter gewohnt. Dann ist auch sie leider weiter verkauft wurden. Das Foto von ihr (Sie ist die etwas rundliche schwarze Stute...) ist zwar schon etwas älter, aber Frauchen hofft, dass es ihr nach wie vor gut geht in ihrem neuen Zuhause.

Von Monty hört und liest sie immer mal wieder etwas. Er wohnt ziemlich weit weg. Inzwischen ist er ein richtiges Reitpferd geworden und scheint das gut zu machen. Frauchen trauert ihm immer noch etwas nach, weil sie ihn so schön fand und er so anhänglich war. Aber wenn es mal wieder so weit ist, dann sagt sie sich, dass es vernünftiger so ist, weil Monty jetzt endlich etwas zu tun hat und sich nicht mehr langweilen muss.

Über Moldis Entwicklung hat sie sich am meisten gefreut. Sieht er nicht toll aus?! Janine, seine Besitzerin, hat im Frühjahr mal spontan angerufen und  ganz viel von ihm erzählt. Sie macht mit ihm lauter schöne Sachen, zum Beispiel Orientierungsritte.

Mo

21

Aug

2017

Was ich noch gar nicht erzählt habe...

Einige von Euch haben ja schon etwas gemeckert: Else, warum bist du so faul geworden und schreibst gar nicht mehr auf, was Du so erlebst! Ihr habt ja Recht. Es ist so viel passiert und nichts davon ist auf meinem Blog zu lesen. Zum Beispiel dass im Juni (letzten!) Jahres ein ganz tolles Hengstfohlen hier auf die Welt gekommen ist, der Gandur, Hnysas Sohn. Von dem gibt es bald neue Bilder unter Aktuelles – versprochen. Oder dass im Sommer vor einem Jahr unser Schildkröterich Igor endlich wieder eine Frau bekommen hat. Die war auch verwitwt und genau so einsam wie er. Inzwischen haben die Beiden einen viel größeren neuen Auslauf und Resi hat sogar ein Ei gelegt. Ob da wirklich eine Babyschildkröte raus schlüpft? Ich glaube es ja nicht, weil wir hier nicht das Wetter dafür haben.
Oder dass Kvika Anfang Dezember in der Tierklinik gestorben ist. Aber davon hat Frauchen inzwischen berichtet. Ich fand es so traurig, dass ich darüber gar nichts erzählen konnte.
Oder die Turniere, auf denen meine Leute waren. Na ja, davon sollen sie mal selbst berichten. Nur so viel: Der Sleipnir wird immer besser!
Aber was ich Euch eigentlich mitteilen wollte... Das ist etwas,was mal vor allem mich betrifft. Wir haben im letzten Jahr Post bekommen von meiner Schwester Maja. Das ist die auf dem Bild (Ich finde, es gibt eine Familienähnlichkeit.). Seitdem ich im Juni 2006 als Welpe ausgezogen bin, hatte ich ja keinen Kontakt mehr zu meinen Leuten. Dass es jetzt dazu gekommen ist, ist ein Zufall. Frauchen brauchte eine Versicherung, weil sie einen neuen Pferdeanhänger angeschafft hat. Der ist kleiner und handlicher als der andere. Die Versicherungsfrau war auch eine Neue und hat am Anfang erst einmal gefragt, ob denn auch alles versichert ist. Ob Frauchen eine Hundehaftpflicht bräuchte, hat sie gefragt. Da hat die ihr gesagt, dass sie das alles hat, weil es ja den Hund schon lange gibt. Ja was denn für einen? Na und da hat sie der Frau beschrieben, was für eine tolle Mischung ich bin und dass ich etwas ganz Besonderes sei. Die Frau hat ganz aufmerksam zugehört und dann gesagt: „Die haben sie von uns!“ Und das stimmte auch.Nur weil das vor so langer Zeit war, haben sich Frauchen und meine „Züchterin“ nicht wieder erkannt.
So hat Frauchen erfahren, dass meine Mama und mein Bruder schon nicht mehr leben, aber dass es noch Kontakt zu einer meiner beiden Schwestern gibt. Maja heißt sie und hat uns geschrieben, d.h. ihre Leute. Die wussten auch, wann unser Geburtstag ist (Ich hatte in meinem Blog ja mal gesagt, dass das nicht bekannt ist.).
Also, ich habe am 13. April Geburtstag. Ihr könnt Euch das ja mal merken und mir nächstes Jahr gratulieren. Schnittkäse mag ich zum Beispiel sehr gern.

Do

22

Sep

2016

Immer wieder Philipp!

Dieses Pony kostet wirklich Nerven. Vor knapp drei Wochen stand er vormittags auf der Weide und konnte mal wieder nicht schlucken, nicht mal seinen eingeweichten Heucobs-Brei. Irgendein Spaziergänger hatte es wahrscheinlich gut gemeint und dem niedlichen Pony etwas zugesteckt... Frauchen wusste sofort was los war und hat an Philipps Hals herum massiert und als das nichts half den Tierarzt geholt. Leider kam der mit dem fiesen Schlauch auch nicht durch – und da war klar, dass nur noch die Tierklinik helfen kann. Antonia und Frauchen haben Philipp aufgeladen und konnten dann das neue Navi gleich mal testen. Mich haben sie nicht mitgenommen, was mir ganz recht war: Tierklinik muss nicht sein.
Dort hat alles gut geklappt. Trotzdem kamen sie ohne das Pony zurück. Er sollte noch ein bisschen überwacht werden. Na ja und dann waren die Blutwerte nicht so gut und Ruck zuck waren es wieder fünf Tage in Leipzig. Dort hat man sich an den „Kleinen Eisbär“ sofort erinnert.
Dann war er ein paar Tage da und fing plötzlich an ganz schlimm zu humpeln. Viel schlimmer als ich. Ja – ich gehe auch ab und an lahm. Arthrose nennt sich das, was ich in meinem einem Vorderbein habe. Dafür bekomme ich Tabletten und dann kann ich wieder Radfahrern und fremden Hunden hinterher flitzen.
Bei Philipp war´s wohl etwas anderes. Der Tierarzt kam wieder und hat am Huf mit einer großen Zange gedrückt und zum Schluss gab es einen dicken Verband. Nun wird es langsam besser.
Ich hoffe ja, dass nicht aller guten Dinge drei sind und der Philipp die nächste Krankheit ausbrütet... Es reicht erst einmal!

Di

12

Jul

2016

Ich seh gelb oder: Unverschämtes Unkraut!

Dinge, die eigentlich gar nicht gehen, fangen oft mit der Vorsilbe „un“ an: unmöglich, untragbar, unverschämt... Unkraut.
In den letzten Tagen bin ich mit Frauchen Stunden lang durch hohes Gras gelaufen. Für sie war es schon anstrengend, weil es richtig schwül-warm war und für mich erst recht. Das Gras ist ja aus meiner Perspektive so hoch wie ein Wald. Frauchen hat einen grünen Sack hinter sich her geschleift und immer wieder angehalten und gelbe Blumen ausgerupft und in den Sack geschmissen. Dabei hat sie geschimpft: „Schon wieder eine!“ Sie hat sich offensichtlich nicht über die Blumen gefreut und wollte auch keinen Strauß daraus machen. Weil soviel davon auf einigen Wiesen gewachsen ist, haben Lisa, Josi und Christian dann auch noch mitgemacht.
Ich habe irgendwann aufgeschnappt, dass die gelben Blumen total fiese Giftpflanzen sind und dass Frauchen sie auf den Koppeln ausrotten will. Wenn sie grün sind, schmecken sie den Pferden nicht, weil sie so bitter sind. Dann sind sie ungefährlich. Wird aber Heu gemacht, dann schmecken es die Pferde im Winter nicht mehr, was sie da Übles im Maul haben und sie werden richtig krank. Bekommen sie zu viel davon ab, können sie sogar sterben von diesem Jakobskreuzkraut.
Deshalb sind sie alle so verbissen durchs Gras gelaufen und haben an den Pflanzen gezerrt. Denn nun soll Heu und Heulage gemacht werden und da darf das nicht zwischen den Gräsern sein. War aber gar nicht so einfach, nicht nur wegen der Hitze und der Höhe des Grases und weil es so große Flächen waren. Man muss es erst einmal erkennen, denn von Weitem sind da in der Wiese immer ganz viele gelbe Blüten. Frauchen hat es mir erklärt: Das eine ist Johanniskraut und eine Heilpflanze, die darf natürlich gern weiter bei uns wachsen und das andere hat den lustigen Namen Ferkelkraut, das schadet niemanden. Manchmal gibt es auch Butterblumen, die sind eigentlich auch nicht gut und dann noch dieses Zackenschötchen, das nicht hierher gehört. Ganz schön kompliziert -  ich dachte bisher, dass das alles Gras und Blumen sind und als Pferdefutter taugt.
Ich hätte ja mitgemacht, aber mit meinen Pfötchen lassen sich die Pflanzen schlecht heraus ziehen und den Mund wollte ich mir von dem Giftzeug nicht schmutzig machen.
Nun ist aber hoffentlich alles weg, Samen kann auch nicht ausfallen. Jetzt muss nur noch der große Traktor kommen und dann gibt es bald ganz viel Winterfutter.

Di

26

Apr

2016

Happy birthday, Else!

Natürlich denkt mal wieder keiner dran, dass auch ich einen Geburtstag habe. Und das nur, weil ich keine geborene „von“ bin. Weil meine adlige Rauhaardackelmutter den ebenfalls adligen Rauhaardackelmann, den ihre Leute für sie ausgesucht hatten, doof fand, suchte sie sich vor zehn Jahren einen anderen: den coolen Jack Russel-Typen aus ihrer Straße. Na ja und dann kam ich und mit mir drei Geschwister, irgendwann im April 2006.
Neuerdings behaupten immer wieder Menschen, ich sei ja wohl schon alt. Sie sagen das wahrscheinlich, weil ich graue Haare habe (Allerdings habe ich die schon immer gehabt.) und gerne faul am Straßenrand rumliege. Frauchen erklärt dann, dass ich in diesem Jahr erst zehn Jahre alt werde und dass das gar nichts ist für einen kleinen Mischlingshund. Na ja, etwas gemütlicher bin ich schon geworden. Aber alt? Da solltet ihr mich mal erleben, wenn die Streunerkatze durch die Katzenklappe ins Haus kommt und an Lillis und Fannys Futter nascht... Da bin ich aber so was von schnell vom Sessel runter und die Treppe rase ich nur so herab und dann bin ich kurz vorm Abheben. Leider ist die Katze doch immer schneller...
Also, weshalb ich das hier aufschreibe: Ich habe schlossen, dass heute mein runder Geburtstag ist und gratuliere mir erst einmal selber ganz herzlich. Was ich mir so wünsche? Zum Beispiel, dass der Museumsmann und alle Hundebesitzer, die hinter unserem Grundstück lang laufen, Leckerlis für mich in der Tasche haben, gewissermaßen als Wegezoll. Dass ich nach wie vor in Cospeda überall hin darf: in die Gaststätte, die Kirche, das Häuschen. Dass endlich auch Herrchen einsieht, ein Hund wie ich kann nur in einem Bett wirklich gut schlafen. Dass Frauchen nicht auf die Idee kommt, auch mir veganes Essen zu kaufen und und und.
Wisst ihr eigentlich, wie ich zu meinen Leuten gekommen bin?
Das war so: Frauchen war mit Antonia einkaufen. Antonia war damals noch nicht einmal sechs Jahre alt. An einer Tafel mit Aushängen fanden sie ein Foto von mir und meinen Geschwistern. Wir sollten verschenkt werden – vielleicht, weil wir eigentlich unbezahlbar waren.Frauchen suchte schon länger wieder einen Hund und hatte mit Antonia immer wieder ein dickes Hundebuch durchgeblättert. Groß und mit Schlappohren und schönem langen Fell sollte der neue Hund sein. Sie konnten sich nur nicht entscheiden.
Und plötzlich war klar, der neue Hund ist klein, struppig und passt in keinen Rassestandard.
Als die beiden mich anschauen wollten, kam Herrchen überraschend von der Arbeit aus Leipzig. Das hat er sonst nur am Wochenende gemacht. Er schien zu ahnen, dass sie etwas Entscheidendes vorhatten. Also mussten sie ihn mitnehmen. Er wollte lieber einen eleganten, sportlichen Jagdhund. Weil Antonia das gemerkt hat, hat sie vor all den Leuten im Wohnzimmer meiner damaligen Besitzer ihren Papa angestrahlt und gesagt: „Danke, Papa, dass du dieses Mal nicht nein gesagt hast!“ Alle waren gerührt: das kleine Mädchen bekommt endlich einen Hund.
Einige Tage später haben sie mich abgeholt und ich habe ihnen einen kleinen Vorgeschmack auf meine Hobbys gegeben. Ich bin nämlich erst einmal abgehauen und habe die Felder hinterm Haus erkundet. Schließlich sollte ich dort wegziehen und  hatte kaum etwas kennen gelernt. Weil ich so klein war, ging das mit dem Abhauen auch hier in Cospeda prima. Ich kam unter jedem Zaun durch. Als ich dann größer (und dicker) wurde, habe ich mir ein Loch ins Hoftor gebissen. Da passe ich noch heute drunter durch. Der Form halber belle ich aber, wenn ich wieder herein gelassen werden möchte und gerade jemand auf dem Hof ist.
In meiner Jugend war ich zweimal im Tierheim, einmal bei der Feuerwehr und in allen Gaststätten der Umgebung. Ich hatte an meinem Halsband ein Schildchen mit der Telefonnummer meiner Leute. Deshalb haben sie mich auch immer wieder zurück bekommen.
Heute laufe ich nicht mehr so weit sondern besuche vor allem Vilja und ihre Familie.
 Die müssen dann immer anrufen, wenn sie mich wieder loswerden möchten. Antonia hat neuerdings eine ganz blöde Idee. Sie macht mir mir „Straf-Joggen“, wenn ich mal wieder bei Königs bin und nicht von alleine nach Hause komme. Dann rennt sie den ganzen Weg mit mir an der Leine (Ich an der Leine – allein das ist schon eine Demütigung!) zurück und macht einen Riesenumweg.
Ansonsten pflege ich so meine Gewohnheiten. Zum Beispiel die, dass ich jeden Samstagmorgen mit zum Bäckerwagen komme und dort bleibe, um auf der Straße vor dem großen Bäckerauto zu liegen und alle zu begrüßen.
„Ohne Else würde in Cospeda etwas fehlen.“ sagen viele, die hier wohnen. Kein Wunder, ich bin bekannter als mein Frauchen. Wenn sie mal mit mir spazieren geht – was selten vorkommt, weil ich das meistens schon alleine gemacht habe – dann grüßen nicht etwas die Leute und sagen „Hallo, Frau Lehmann“. Sie sagen „Hallo, Else“.
Vielleicht hat jemand von ihnen ja heute auch eine Eingebung und begrüßt mich mit „Happy birthday, Else!

Fr

01

Apr

2016

Kein Aprilscherz

Als Frauchen heute morgen ihren Kaffee trank, sagte eine fremde Frau im Radio, dass man fast nirgendwohin fahren könnte, weil überall LKW quer stehen würden oder umgekippt sein. Und vorher hatte Frauchen aus dem Fenster geschaut und gesagt: „Die spinnen wohl!“ Wen sie mit „die“ meinte, war mir nicht klar und warum sie sich so aufregte auch nicht. Und das mit den LKWs fand ich auch komisch. Kurz darauf wusste ich Bescheid. Da will man an einem Frühlingsmorgen nur mal schnell vors Haus und dann das: Schnee! Richtig viel und richtig nass!
Das passt überhaupt nicht. Die Laufenten legen jeden Tag Eier, weil sie Küken haben möchten, die Pferde fusseln, um ihr dickes Winterfell loszuwerden und Igor, die Schildkröte rumort auch schon in seiner Kiste und möchte raus, Elektra und Hnysa werden immer runder, ihre Fohlen wachsen. Es ist Frühling und da gehört es sich einfach nicht mehr, Schnee vom Himmel fallen zu lassen!
Ich bin dann sehr schnell wieder rein und habe darauf vertraut, dass das schnell wegtaut. War auch so. Aber dadurch wurde es noch matschiger und Frauchen hatte beim Ausmisten noch schwerere Schubkarren zu schieben. Es wird Zeit, dass das aufhört und die Pferde auf die Koppel dürfen. Außerdem ist Frauchens Arbeitsausrüstung auch nicht mehr so toll. Nachdem sie den ganzen Winter jeden Tag mindestens zwei Stunden im Stall und den Paddocks zu tun hatte, sind ihre Schuhe nicht mehr wasserdicht und die Handschuhe total verschlissen. Sie scheint auch gern mal was anderes anziehen zu wollen, denn sie hat sich eine noble weiße Reithose und ein dunkles Jackett dazu gekauft. Aha, habe ich mir gesagt, das ist sicher nichts, um mal schnell durch den Wald zu tölten. Das sieht eher wie ein Turnieroutfit aus. Nur – um das auch anziehen zu können, müsste sie langsam mal wieder reiten und nicht nur mit der Schubkarre trainieren...

Mi

30

Mär

2016

Osterritt

Drei Tage nach Ostern war der Hof voller Kinder und Jugendlichen die ausreiten wollten. Neun Ponys habe ich gezählt,als ich mich ihnen angeschlossen habe. „Schön Else, dass du mitkommst!“ hat jemand gesagt. Na ja, ich habe es wie immer gemacht und bin das erste Stück neben und hinter den Isis gelaufen und dann – in einem unbeobachteten Moment – bin ich abgebogen und zurück geschlendert. Dann kann ich ganz entspannt vor dem Museum auf die Gruppe warten und so tun, als ob ich einfach nur ein bisschen schneller als sie bin.  Ich werde im nächsten Monat zehn Jahre alt. Da darf ich es etwas ruhiger angehen.Zum Glück hat es gerade mal nicht geregnet und schön war´s auch, denn am Hang neben dem „Schrankenweg“ blühen schon ganz viele Veilchen. Die Menschen sagen, die würden besonders gut riechen – na ja, als Hundedame habe ich einen anderen Parfumgeschmack. Bei mir darf es etwas würziger sein. Das finden allerdings meine Leute meist nicht so toll und duschen mich ab, wenn ich mich mal wieder einparfumiert habe.
Als alle wieder auf dem Hof waren, gab es für die Isis Belohnungsfutter. Momentan mit Leinsamen, das soll beim Fellwechsel helfen. Die Reiterinnen bekamen auch so eine Art Belohnungsfutter. Das war aber nicht so gesund, glaube ich. Es bestand überwiegend aus Schokoladenostereiern...

Do

11

Feb

2016

Lektor´s Geburtstag

Hallo,

 

zunächst möchte ich mich vorstellen. Mein Name ist Carlos, ich bin ein Prager Rattler Rüde und gehöre zu meinem Frauchen Josi. Else, meine Hundefreundin hat mir erlaubt hier etwas  zu schreiben.

Ich möchte meinem großen Bruder Lektor, der heute – am 11.02.2016 – seinen 26. Geburtstag feiert, ganz herzlich gratulieren und euch lieben Menschen ein paar Worte zu meinem lieben großen Freund erzählen.

Lektor hat seit einigen Jahren mal größere/mal kleinere Probleme mit seinem Bewegungsapparat und seinen Nerven, sodass es ihm oft nicht immer leicht fällt. Ich gehe mit meinem Frauchen jeden Tag zu ihm, oft laufen wir dann zu dritt (manchmal auch mit meinem 2. Bruder Dreyri zu viert) spazieren – da sehe ich manchmal, wie Lektor einfach seine Nase ins Graß steckt und frisst. Josi sagt dann immer: „ Ach Leki, das war aber nicht nett, aber ich freue mich ja, wenn es dir gut schmeckt… “

Oft muss Lektor auch im Kreis um eine lange Leine rum laufen. Frauchen freut sich immer besonders, wenn er buckelt. Vor Freude belle ich dann meist  laut mit. Meine Freundin Else hatte mir berichtet, dass buckelnde Pferde eine „Unart“ sind, aber bei Leki – mit seinen Problemen – freuen wir uns!

Manchmal darf ich auch nicht mit in den Stall fahren und wenn mein Frauchen nach Hause kommt, dann erzählt sie oft wie schön Lektor im Schritt gelaufen ist und wo sie im Gelände lang geritten sind.

Am Meisten freue ich mich aber, wenn wir zum Stall laufen und Leki – so wie eigentlich jeden Früh und jeden Abend – Zusatzfutter bekommt. Dann sitze ich meist daneben und warte, ob etwas herunter fällt. Lektor ist ein „Super-Bruder“, es fällt immer viel für mich daneben.

Ich könnte euch noch viele Geschichten zu Lektor berichten, aber mein Frauchen ruft: „Komm Carlotti – auf zum Leki.“

Ich füge euch noch 2 Bilder an. Einmal seht ihr mich mit meinem großen Freund und auf dem anderen Bild ist mein Frauchen mit ihm zu sehen. Sie sagt oft: „Ich habe meinen Leki so  lieb.“

Bis bald und nur die allerbesten Wünsche für unseren herzensguten Lektor – v.a. noch viele Jahre in guter Gesundheit!

 

Euer Carlossm großen Freund und auf dem anderen Bild ist mein Frauchen mit ihm zu sehen. sie oft wie schön Lek

 

Sa

05

Dez

2015

Da fehlt doch einer!

Vor ein paar Tagen hat Frauchen ihr Auto außen herum gründlich sauber gemacht. Das war aber auch nötig, so Schlamm verkrustet wie das aussah. Sie hatte die letzte Koppel abgebaut und muss nun nicht mehr über rutschige Wiesen fahren – bis zum Frühjahr. Seit reichlich 2 Wochen sind die Pferde nämlich alle auf dem Hof. Nicht, weil es zu kalt ist, sondern weil sie nach dem vielen Regen sonst die Koppeln in Matschlandschaften zertrampeln und selber wie Matschmonster aussehen würden. Dass sie nun hier vor Ort sind, ist für die Menschen, die reiten wollen, ganz praktisch. Sie müssen nun nicht mehr ewig weit zu den Koppel laufen. Für die Pferde ist ein Leben auf der Weide natürlich schöner und für Frauchen ist diese Zeit auch eher schlecht. Sie muss nun jeden Tag mindestens zwei Stunden lang ausmisten ( - außer samstags, da kommen Helfer aus dem Verein - ). Ich finde es auch eher doof, weil ich nun nicht mehr mit dem Auto früh mit Frauchen raus fahren und während sie nach den Pferden schaut, Löcher graben und Mäuse erschrecken kann. Bleibt mir nur, die Straße hinterm Gartenzaun zu bewachen. Aber jetzt macht das Museum auch noch Winterpause und da ist noch weniger los.
Das eigentlich Wichtige habe ich noch gar nicht erzählt – vielleicht, weil Frauchen noch immer nicht gern darüber redet.
Als sie und Josi die Großpferde rein geholt haben, da kamen sie nur mit zwei Pferden an: Silvana und Lektor. Annabell ist ja schon im Sommer umgezogen. Aber Monty? Eine Woche vorher, am 11. November war eine Frau mit einem Pferdehänger am Auto hier vorgefahren und hat sich Monty zeigen lassen. Er war ganz artig – und schön sieht er ja so wieso aus und da hat sie ihn einfach mitgenommen. Frauchen hat zwar vorher immer herum erzählt, sie suche jemand, der sich mehr als sie um ihn kümmern könnte und endlich richtig mit ihm arbeitet. Aber als sie ihn auf den Hänger geführt hat, da hat sie heimlich gehofft, dass er dort nicht einsteigt und bei ihr bleibt.
Der Mann mit dem wuscheligen Hund, der immer hier spazieren geht, kam vorbei, als Monty mit seinem neuen Frauchen gerade weg fuhr und hat gesagt, dass doch nicht etwa das schönste Pferd des Hofes nun verkauft ist...
Irgendwie fehlt er schon. Keiner läuft mehr Rennen am Koppelzaun gegen das Auto und niemand tritt gegen die Stalltür, weil er unbedingt ganz schnell in die Freiheit muss.
Aber Frauchen hat Post von ihm bekommen, d.h. von seiner neuen Besitzerin. Er hat einen Kumpel, der so ähnlich wie er aussieht – nur kleiner und lernt gerade ganz viel. Eigentlich heißt er ja „Mon Plaisir“ und das bedeutet „meine Freude“. Frauchen hatte vor allem ihre Freude an ihm, wenn sie ihn sich angeschaut und ab und an mal mit ihm im Round Pen etwas gemacht hat. Nun hat hoffentlich die Andrea , die ziemlich weit weg wohnt, viel Freude mit ihm – und er mit ihr.

Di

10

Nov

2015

So ein Durcheinander!

Von wegen – es dauert noch drei Wochen bis zum ersten Schnee. Es waren nur reichlich drei Tage und dann lag er da, der Schnee. Und zwar so hoch, dass meine kurzen Beine fast komplett drin verschwunden sind. Eben noch war ein richtig schöner goldener Herbsttag am 3. Oktober (Frauchen und die anderen haben ein bisschen gejammert, dass man einem solchen tollen Wetter das Hausturnier doch hätte machen sollen) und dann so was. Weil die Bäume alle noch ihre Blätter hatten, wurden die Äste durch den zusätzlichen Schnee so schwer, dass viele davon abgebrochen sind. Auch hier im Garten. Der halbe Round Pen lag voll davon. Und Cospeda war erst einmal von der Umwelt so ziemlich abgeschnitten, da zwei Zufahrtsstraßen aus dem gleichen Grund gesperrt waren. Die Pferde haben auch nicht schlecht gestaunt und dann das Gras unter dem Schnee frei gescharrt. Vielleicht hatten sie ja so eine Ahnung, dass es bald  nichts mehr gibt. Jedenfalls fressen sie seit Wochen so viel, als ob eine Hungersnot ausbrechen würde. Alle sehen aus, als bekämen sie im zeitigen Frühjahr ein Fohlen. Stimmt aber nicht, nur Elektra und Hnysa.
Gedauert hat der Winter zum Glück nicht lange und inzwischen haben wir wieder Frühling – zumindest den Temperaturen nach. Der Wind hat alle Blätter von den Bäumen geschüttelt und es hat gestern fast den ganzen Tag gedauert sie zusammen zu fegen. Die Pferde haben ja schon seit einiger Zeit ihr dickes Winterfell und wenn sie nun geritten werden, dann fühlt sich das wahrscheinlich so an, als ob jemand im Pelzmantel joggen würde. So richtig gesund scheint dieses Wetter nicht zu sein, dauernd hustet ein Pferd oder aus den Nüstern läuft der Schnodder.
Ich bin zum Glück fit. Aber ich muss ja auch nicht auf der Koppel schlafen und mich irgendwie anstrengen. Das ist der Vorteil, wenn man eine Hundedame in den besten Jahren ist.

So

11

Okt

2015

Kaaalt!

Eben sind Schneegänse über die Koppeln geflogen. Sie haben sich immer wieder neu formiert und dabei eigenartig geschrien. Frauchens Schwester sagt, jetzt dauert es noch drei Wochen und dann kommt der erste Schnee. Kalt genug war es ja heute schon. Ich bin früh nur kurz raus in den Garten, um meinen Kontrollgang zu machen und dann – husch wieder rein ins Warme. Ist doch kein Wetter für einen kleinen neunjährigen Hund, der keinen Schnupfen bekommen möchte! Frauchen hofft, dass das mit dem Schnee in spätestens drei Wochen nicht stimmt, weil sie noch so viel gutes Gras auf den Koppeln hat. Das sollen die Pferde erst mal ordentlich abfressen, ehe sie in ihre Winterquartiere einziehen und dann wieder das große Ausmisten jeden Tag ansteht. Da baut sie doch lieber Koppeln. Allerdings muss sie das gerade dauernd machen, weil die Pferde fressen als drohe eine Hungersnot. Vielleicht auch so ein Warnsignal, dass bald Winter ist...

Sa

10

Okt

2015

Lauter Ausflüge ohne mich

In diesem Sommer wurde immer wieder der Pferdeanhänger angespannt und spannende Ausflüge gemacht. Alle ohne mich! Deshalb wollte ich auch gar nichts darüber schreiben und war ein bisschen bockig.
Es fing damit an, dass Frauchen und Josi die zwei Jungs, den Sleipnir und den Dreyri zu Jenny gebracht haben. Die Jenny wohnt in der Rhön, also ein ganzes Stück weg und hat Ahnung, wie man das mit dem Tölt macht. Na ja, als ich die beiden Frauen dann nach ihrer Rückkehr gesehen habe, war ich gar nicht mehr so sauer darauf, dass sie mich nicht mitgenommen hatten. Sie sahen ganz schön geschafft aus und jammerten:“Diese Hitze!“.
Und weil es in diesem Sommer ganz lange ganz heiß war, fiel zum Beispiel erst mal das Hestadagar in Illistz aus und überhaupt haben alle versucht, sich möglichst wenig und möglichst langsam draußen zu bewegen. Zum Glück hatten unsere Pferde die ganze Zeit über genug Gras. Frauchen musste dauernd Wasser fahren. Die Pferde standen die meiste Zeit im Schatten und machten: nichts. So war der Sommer.
Dann gab´ s doch noch das Hestadagar bei Ines Lantzsch. Natürlich wieder ohne mich. Dreyri und Sjoli sollen richtig gut gewesen sein und so haben Josi und Antonia lauter tolle Schleifen dafür bekommen. Drifandi, der solche Sachen sonst ziemlich gut kann, hat sich an diesem Tag wahrscheinlich nicht wohl gefühlt. Jedenfalls ist er nur ganz lustlos auf der Ovalbahn gelaufen und Frauchen wollte schon aufhören. Hätte sie vielleicht doch lieber ihren Sleipnir mitnehmen sollen. Der ist jedenfalls immer ganz wild auf Arbeit.
Na ja – nicht mehr lange und sie hat noch mehr Auswahl. Und das hängt mit dem letzten Ausflug zusammen. Da hat sie doch über den Sommer noch ein Pferd angeschafft. Sind ja eigentlich schon genug. Aber Frauchen findet immer einen Grund, warum dieses eine Pferd unbedingt noch hier bei uns in Cospeda einziehen muss. Der Grund heißt dieses Mal: ein Fohlen allein ist blöd. Das eine Fohlen bekommt ja die Elektra, die vier Wochen auf dem Gestüt Idablick in Erfurt war und sich in einen Sohn des allerallerbesten Fünfjängers verliebt hat. Waren auch zwei Hängerfahrten ohne mich – nur mal so am Rande. Weil das Kind von Elektra und Thormar nicht allein im nächsten Sommer über die Weiden tölten soll, musste eine Lösung her. Die heißt Hnysa und bekommt ein Fohlen von einem auch ganz tollen Hengst vom Gestüt Igelsburg, der Gear heißt. Also lauter zukünftige Sportkracher – denkt Frauchen.
Die Hnysa hat sie aber vor allem deshalb gekauft, weil sie die gleiche Farbe (Fuchsfalbe) wie ihr allererstes Islandpferd, die vor drei Jahren gestorbene Kempa/Winnie hat und auch noch am gleichen Tag wie diese Geburtstag hat. Allerdings ist sie nicht vor 25 Jahren wie die Winnie sondern erst vor drei Jahren geboren wurden. Ein paar gemeinsame Verwandte haben die beiden Pferde auch und so groß wie Winnie und so mutig ist sie auch. Außerdem kann sie sich ganz toll bewegen und sieht richtig hübsch aus. Also, was ich sagen wollte, Frauchen musste sie einfach kaufen!
Schade nur, dass so etwas alles ohne mich passiert. Mein einziger Trost ist, dass sie jedes Mal hinterher in die „Linde“ gehen und Pommes essen. Und da bin ich dann immer mit dabei!

Fr

19

Jun

2015

Kommen und Gehen

Also: so viel wird hier auf meiner Straße sonst nicht mit Pferdehängern rangiert. Das ging schon am Nachmittag los. Da kam ein Auto, das so aussah wie Frauchens aber es doch nicht war. Das hatte auch einen fremden Hänger dran. Steffi war da und irgendwie ganz aufgeregt. Annabell hatte eine große Portion Futter vor sich stehen und Philipp und die Ziegen sahen dabei zu wie sie fraß. Hinterher habe ich verstanden, dass es Philipp wahrscheinlich gar nicht um das Futter ging. So ein schlaues altes Pony weiß einfach mehr als die anderen. Ich denke, er hat sich von Annabell verabschiedet. Immerhin leben die Beiden ja schon 21 Jahre auf einem Hof.  Weil Steffi nur noch wenig Zeit hat, hat sie Annabell zu einer Familie gegeben, die sich um sie kümmern soll. War komisch, als dann die Hängerklappe zugemacht wurde und das Auto losfuhr. Frauchen war wahrscheinlich froh, dass sie mit den Reitmädchen auf dem Platz sein konnte und da nicht mehr dabei sein musste. Annabell war das erste Fohlen, das sie gezogen hat. Na ja und mit ihr hat sie auch viel erlebt, war manchmal ganz stolz auf sie, als sie zum Beispiel als junges Pferd richtig gut in Dressurprüfungen war,  hat manchmal aber auch einstecken müssen im Umgang mit ihr (Ich sage nur: gebrochener Kiefer, gebrochene Rippe, lädiertes Knie...). Hoffentlich geht es Annabell gut da, wo sie jetzt ist und die Leute haben genug Futter – denn davon braucht sie immer ganz, ganz viel. Das meint sie zumindest, denn Fressen ist ihre größte Leidenschaft. Die drei anderen Pferde Lektor, Silvana und Monty und der Philipp, die mit ihr in einer Herde waren, müssen sich jetzt neu überlegen, wer bei ihnen der Chef ist. Denn die Chefin ist nun ausgezogen.
Na und dann wurde an Frauchens Auto auch noch so ein Pferdewohnwagen angehangen. Aber kein Pferd ist hier eingestiegen. Ich habe kurz überlegt, was das soll und dann ist mir eingefallen, dass ein Pferd ja verreist ist. Elektra ist zwei Tage vor Pfingsten dorthin gefahren, wo sie geboren wurde, nach Erfurt ins Gestüt Idablick. Leider wurde ich mal wieder nicht mitgenommen, auch weil dort Hunde wohnen, die anderen Hundebesuch vielleicht nicht so gut finden. Deshalb habe ich Elektras neuen Freund Thormar auch nicht gesehen. Bei ihm war sie so lange zu Besuch auf seiner Koppel. Jetzt behauptet Frauchen, dass Elektra nächstes Jahr ein Fohlen bekommt und dass der Opa davon der allertollste Fünfgänger der Welt ist und Spuni heisst. Da bin ich ja mal gespannt. Aber bis es da ist, dauert es elf Monate, also noch ziemlich lange.

Do

28

Mai

2015

Noch eine Zwanzigjährige

Heute hat Anna eine Möhrentorte mitgebracht. Ist nicht so mein Ding, aber die Zweibeiner fanden es gut. Die haben nämlich Kvikas 20. Geburtstag gefeiert. Und dabei hat Frauchen wieder die Geschichte erzählt, die ich zumindest schon dreimal gehört habe und deshalb auswendig nacherzählen kann. Sie geht so: Winnie, die eigentlich Kempa hieß und Kvikas Mama war, sollte irgendwann im Mai 1995 ihr erstes Fohlen bekommen. Und eines Abends hatte Frauchen das Gefühl, dass es nun so weit sei und ist noch einmal auf die Koppel gegangen. Es war die am Hang, auf der die Pferde immer am Anfang der Weidesaison stehen. Trotz Dunkelheit hat Frauchen gleich gesehen, dass da etwas besonderes passierte. Alle Pferde, die sie damals hatte (Ester, Wiener, Adele, Annabell und Philpp), standen in einem Kreis um Winnie herum. Winnie hatte sich hingelegt. Und dann dauerte es gar nicht mehr lange und ein graues Stutfohlen lag im Gras. Erst einmal durften die anderen Pferde nicht an ihm schnuppern, da wurde Winnie böse. Aber nach einer Weile konnten alle das neue Herdenmitglied begrüßen. Vielleicht erinnern sich Annabell und Philipp daran. Sie sind ja die einzigen von damals, die noch leben.
Frauchen hat dann ein paar Tage später Molda mit ihrem Fohlen Mysla aus Gotha abgeholt und so sind Kvika und Mysla zusammen in einer Herde aus großen und kleinen Pferden aufgewachsen.
Kvika heißt auf Deutsch Leichtfuß. Das ist sie eigentlich nicht. Sie tritt eher ganz kräftig auf. Und wenn sie galoppiert, dann bebt die Erde.  Aber sie ist in den vielen Jahren – schon weil man so bequem auf ihr sitzt -  das beliebteste Pferd der Reitanfänger geworden. Keiner kann mehr sagen, wie viele Kinder auf ihr reiten gelernt haben. Und immer ist sie der besondere Liebling von einem Mädchen. Nachdem Maxi in Berlin studiert, hat Anna „ihre“ Kvika als allerliebstes Lieblingspferd für sich allein.
Leider hat Kvika genau wie ihre Mutter dieses blöde Cushing. Deshalb bekommt sie jeden Tag Medizin und man muss sich immer neue Tricks einfallen lassen, damit sie die Tablette nicht ausspuckt. Und genau wie bei Philipp wird sie im Frühling jedes Jahr mit der Schere von ihrem vielen Fell befreit. Damit könnte man ganze Sofakissen füllen...
Übrigens hat die Kvika jetzt ihren vierten Gang wieder gefunden und hat plötzlich wieder angefangen zu tölten. Na wenn das kein Beispiel dafür ist, dass es für manche Sachen nie zu spät ist.
Ich wünsche ihr jedenfalls noch viele, viele Jahre auf ihrer Cospedaer Geburtskoppel und all den anderen Wiesen und suche mir etwas ordentliches zu fressen, dass nicht nach Möhrentorte schmeckt.

Sa

16

Mai

2015

Endlich wieder mobil!

So, nun ist sie vorbei: die Zeit, in der Frauchen in geborgten Autos durch die Gegend gefahren ist – nachdem der gute alte Pick up ganz plötzlich Öl gespuckt hat und der Mann aus der Werkstatt, der sonst immer ganz optimistisch war, gesagt hat: „Das war`s!“ Die geborgten Autos hatten alle einen Fehler. Sie waren nur ganz normale Autos, die auf unseren Cospedaer Feldwegen stecken bleiben, keine Pferdehänger ziehen können und zu vielen der Dinge, die Frauchen wegen der Pferde zu tun hat, einfach nicht zu gebrauchen sind. Es musste also Ersatz her. Aber das war eine lange Suche. Irgendetwas stimmte immer nicht und kaum hatte Frauchen mal ein Auto gefunden, das ihr gefiel, da hatte es auch schon ein anderer weggeschnappt. Weil die Pferde seit dem 2. Mai aber alle draußen auf der Koppel sind, musste nun schnell gehandelt werden und Ruck zuck gab es dann doch ein neues Auto. Das heißt Ford mit Vornamen und Rancher mit Nachnamen – oder anders herum. Es ist groß und schwarz und sehr stark und momentan noch ziemlich sauber. Das wird sich aber sicher bald ändern. Nach der ersten Fahrt auf die Koppel sieht es schon ziemlich staubig aus. Damit es innen noch eine Weile fusselfrei ist, hat mir Frauchen eine  Schabracke auf den Rücksitz gelegt und verlangt, dass ich nur darauf sitzen soll. Mache ich aber nicht, schließlich will ich aus dem Fenster schauen und auch vorn alles überwachen. Schade nur, dass meine Beine so kurz sind, sonst könnte ich selber Auto fahren.

Do

07

Mai

2015

Wir werden alle älter...

Nachdem in diesem Jahr schon Lektor, Silvana, Monty, Randalin, Djarfur, Drifandi und Annabell Geburtstag hatten ( - was daran liegt, dass die meisten Pferde im Frühling zur Welt kommen - ), ist nun heute Mysla dran. Und bei ihr ist es ein runder Geburtstag. Sie wird 20 Jahre alt! Dass es sie geben soll, hatte vor 21 Jahren niemand auf Island geplant. Ein Junghengst ist dort wohl über den Zaun gesprungen oder hat ihn niedergerissen und die ebenfalls junge Stute Molda besucht. Als Molda im Frühjahr 1995 in Deutschland ankam und Frauchen sie sich anschaute, war sie rappeldürr und niemand ahnte, dass sie als blinden Passagier ein Fohlen im Bauch trug. Alle dachten, es läge am guten Futter, als sie allmählich runder wurde – bis an jenem 7. Mai vor 20 Jahren auf der Koppel plötzlich ein kleines graues Stutfohlen mit hellen Augen lag.

Frauchen hat sie Mysla genannt, was auf deutsch Mäuschen heißt und sehr gut zu ihrem damaligen Aussehen passte. Später hat sich heraus gestellt, dass Mysla nicht nur über ihre Mutter, die liebe Molda, die leider viel zu früh gestorben ist, ganz berühmte Vorfahren hat sondern dass auch ihr Papa einiges an tollen Isländern in der Verwandtschaft hat. Eigentlich hätte sie ein Supersportpferd oder eine tolle Zuchtstute werden müssen. Aber zu beidem hatte sie keine Lust. Wozu sie eigentlich Lust hat, hat bis heute keiner heraus bekommen. Schon als Pferdebaby war sie sehr eigenwillig und stand oft ohne ihre Mama am Zaun und hat in die Gegend geschaut.

Das ist bis heute so geblieben. Sie ist wahrscheinlich das einzige Pferd hier, dass auf seine Kumpels verzichten könnte, weil es gern allein ist.

Vielleicht ist sie fürs geritten werden und longiert werden und all die Dinge, die die Menschen mit ihr machen wollen, einfach zu schlau. Denn dass sie mehr in ihrem Ponykopf hat als die meisten anderen, haben wir schon lange erkannt. Zum Beispiel wusste sie sehr schnell wie man die Paddocktür öffnet und beobachtet die Menschen immer, ob sie vergessen, den Sicherheitsstrick um die Tür zu verknoten. Manchmal denkt jemand: „Ach, ich bin ja nur ganz kurz hier drin, da muss ich keinen Knoten machen...“ Das hat Mysla dann schon aus dem Augenwinkel gesehen und zack – ist sie auf dem Weg zur Futterkammer und auch die anderen Stuten laufen im Garten herum. Wenn man sie führt, muss man auch immer mit einem ihrer Tricks rechnen. Sie läuft ganz brav neben dem Menschen und wenn der auch nur einen Moment an etwas anders denkt als daran, dass er höllisch aufpassen muss Mysla fest zu halten, bewegt sie sich ganz gegen ihre sonstige Natur blitzschnell und – weg ist sie. Sie läuft allerdings nie weit – dafür ist sie zu faul. Wenn Pferde lachen könnten, dann würde Mysla wahrscheinlich diese armen trotteligen Menschen auslachen.

Es ist also kein Wunder, dass sie sich in all den Jahren nicht gerade tot gearbeitet hat. Sie wird kaum geritten, weil sie ja immer so tut, als ob ihr das alles zu blöd ist.

Wenn sie sich weiter so schont, hat sie natürlich gute Chancen irgendwann das älteste Islandpferd der Welt zu werden...

Mi

18

Mär

2015

Zurück aus dem Winterschlaf

Lange habt ihr nichts von mir gehört. Das liegt daran, dass der Winter und noch dazu so ein halbherziger, schmuddeliger nicht meine Jahreszeit ist. Wenn Frauchen früh im Dunkeln zum Pferdefüttern raus gegangen ist, dann habe ich mich meist schlafend gestellt. Bei solchem Wetter jagt man doch keinen Hund vor die Tür!
Aber nun ist alles anders. Früh machen die Vögel richtig Krach, es ist zeitig hell und nicht mehr so feucht-kalt an den Pfoten. Die Dorfkater schreien herum und bald wird Igor, der Schildkröterich, in seiner Kiste im Keller aufwachen. Im Wald neben dem Reitplatz gibt es Leberblümchen und hier im Garten Winterlinge. Die Pferde fusseln schon ordentlich und munterer sind sie auch. Drifandi hat ein Mittel gegen Selenmangel ( - weil ihm das fehlte, war er immer so schnell k.o. - ) bekommen und das scheint zu helfen: Er hat in der Reitstunde sehr munter gebuckelt und ist im Galopp herum gerast. Na ja, gestern durfte er so etwas nicht machen. Jenny, die Trainerin war da und hat darauf geachtet, dass er sich biegt. Fand er erst blöd (auch die kurzen Zügel, mit denen Frauchen ihn reiten sollte), aber dann ging das richtig gut. Auch bei den anderen gab es viele Fortschritte. Ich staune ja immer wie viel Ausdauer Jenny darin hat, genau hin zu schauen und jeden kleinen Fehler auch noch bei der achten oder zehnten Reiterin zu entdecken. Übrigens scheint immer die Sonne, wenn sie kommt (selbst im Winter). Wenn wir mal unbedingt gutes Wetter brauchen, sollten wir sie einladen.
Und was war in der Zwischenzeit so los? Es gab den ersten Pferdegeburtstag des Jahres und das war ein „halbrunder“. Lektor ist 25 Jahre alt geworden. So ein Vierteljahrhundert ist schon ziemlich viel für ein so großes Pferd, das seit ein paar Jahren seine verschiedenen Zipperlein hat. Aber ehrlich – man sieht ihm sein Alter nicht an. Das liegt sicher daran, dass er von seinem Frauchen Josi ganz besonders gepflegt wird. Zu seinem Geburtstag bekam nicht nur er etwas Gutes zu essen sondern die Menschen vom Hof auch. Und weil der 11. Februar noch vor der Fastenzeit lag, konnten alle mit Sekt auf Lektor anstoßen.

Philipp, der andere alte Herr, hat immer mal wieder für Aufregung gesorgt. Er kann nur noch so eine grüne Pampe fressen. Bekommt er etwas anderes zwischen seine abgewetzten Zähne, verschluckt er sich und entweder kann man  ihm durch Massieren des Halses helfen oder der Tierarzt muss mit so einem Schlauch, der in Philipps Nase geschoben wird, den Klos im Hals weiter schubsen.  Aber natürlich findet Philipp doof, dass er von eingeweichten Heucobs leben muss und sucht immer das ganze Grundstück nach anderen Leckereien ab. Liegt vielleicht irgendwo noch eine halbe Möhre rum oder ein hartes Brötchen? Ist richtiger Stress mit diesem eigensinnigen Shetty.
Er und Kvika haben ja so eine blöde Krankheit, die sich Cushing nennt. Solche Pferde haben viel mehr und vor allem viel zu langes Fell und von allein werden sie das nicht los. Außerdem können sie ganz leicht Hufrehe bekommen und müssen deshalb jeden Tag eine Tablette einnehmen. Das heißt – Philipp spielt hier mal wieder eine Sonderrolle: Er verträgt die Medizin nicht.
Damit die beiden Pferdchen nicht zu Zottelmonstern werden, helfen die Leute hier auf dem Hof immer wieder nach und schneiden das dicke Fell mit der Schere ab, weil das keine Schermaschine schafft. Bei Philipp hat es die Karoline gemacht, die an jedem Mittwoch zu ihm kommt und ihn umsorgt. Das ist toll. Sie darf das  sogar von der Schule aus tun. Das Fach heißt „Verantwortung“. Und bei Kvika war es vor allem Anna, die geschnippelt hat bis die Finger weh taten. Nun haben beide Ponys einen tollen Stufenschnitt und müssen sich nicht kaputt schwitzen, wenn es heute 20 Grad werden sollen. Mal sehen, was ich dann mache. Jetzt gehe ich erst einmal mit Frauchen nach draußen und helfe den Pferden ihr Frühstück zu geben.

Do

22

Jan

2015

Beim Pferdezahnarzt

Nicht nur dass an den Hufen von den Pferden herum geraspelt werden muss – auch die Zähne sind ab und an dran. Ich habe mir das gestern mal angesehen und war froh kein Pferd zu sein. Arme Silvana, da stand sie nun ganz taumelig rum (wegen einer winzigen Spritze) und hatte so ein komisches Metallding im Maul und die Tierärztin hat mit einer Lampe hineingeleuchtet und festgestellt, dass da eine Menge Arbeit für sie zu tun war. Und dann wurde eine Maschine angeworfen und die klang so ähnlich wie der Staubsauger von Frauchen. Als Silvana nach zwei, drei Stunden nicht mehr so verträumt geschaut hat, bekam sie ihr Futter und ich dachte, dass das mit dem Kauen bei ihr ja nun besonders gut funktionieren müsste. War aber nicht so. Wahrscheinlich hat ihr im Maul noch alles weh getan und es gab erst einmal diesen grünen Brei, den Philipp auch immer bekommt. Außerdem haben sie ihr noch einen Schlafanzug wie ihn sonst nur der Lektor hat angezogen, weil sie gezittert hat. Das lag wohl noch an der Medizin aus der kleinen Spritze.
Also ich sag euch was: mit mir machen die das nicht! Meine Zähne sind wolfsstark und total in Ordnung. Hoffe ich wenigstens...
Aber bei den Pferden muss es schon sein, sagt Frauchen und ich soll mir nicht zu viele Sorgen machen. Dreyri und Muggur haben die Behandlung übrigens auch viel leichter weg gesteckt. Sind halt Isländer. Die sind hart im Nehmen.

Di

30

Dez

2014

Der beste Pferdewaschsalon der Welt

Seit gestern gibt es doch tatsächlich Schnee! Ich hatte ja schon nicht mehr daran geglaubt, dass so etwas in unseren Breiten möglich ist. Aber nun ist alles weiß und sehr lädt ein sich hinzuwerfen und zu wälzen. Ich habe das gleich gestern morgens beim Pferde füttern getestet. Das heißt, Frauchen hat Heu auf die Schubkarre geladen und ist damit kreuz und quer durch den Garten zu den hungrigen Pferden gefahren und ich habe eine Wellness-Einheit genossen. Dumm ist nur, dass irgendwann Schneeklumpen an meinen Füßen hängen blieben. Dann bin ich schnell ins Haus gelaufen und habe zum Glück einen Platz in Herrchens Sessel ergattert, um dort aufzutauen.
Die Pferde durften dann auch den Schnee testen. Gestern und heute waren alle auf der Koppel und sind herum galoppiert und haben sich hingeschmissen und gekullert und sind wieder aufgestanden, noch eine Runde gerannt, haben sich wieder gewälzt und so fort.
Dort wo ein Pferd im Schnee gelegen hatte, konnte man hinterher gut sehen, dass die in ihren Fellen noch ziemlich viel Staub trotz all der Putzerei haben. Graubrauner Schnee war an den Stellen. Dafür sehen die Pferde jetzt aus wie frisch gebadet. Und das mitten im Winter!

Sa

20

Dez

2014

Rampensau oder Theaterhund?

Ich hatte ganz regelmäßig mit geprobt und Iris, die Theaterchefin hat gesagt, ich hätte das perfekte Timing.  Also war ich eingeplant für das Krippenspiel der Scheunenbühne. Was ich genau machen sollte, stand nicht so direkt fest. Das hängt wohl damit zusammen, dass vorher nie so ganz sicher ist, was gespielt wird. Ist nur mein Eindruck. Aber die haben keinen festen Text – außer den von den Weihnachtsliedern und da meckern sie immer rum, dass sie sich mehr als eine Strophe doch so schlecht merken können und plötzlich müssen es mindestens drei pro Lied sein... Klar war aber, dass es in dem Krippenspiel um zwei Leute ging, die von Haus zu Haus ziehen, Lieder singen und damit zuerst eine einsame Musiklehrerin, dann eine chaotische Familie, dann ein älteres Ehepaar namens Heidenreich und zum Schluss noch ein junges Paar mit einem neugeborenen Baby, das komischerweise Jesse heißt,  überraschen. Und irgendwie ging es immer auch um die Weihnachtsgeschichte aus dem dicken Buch. Meine ganze Familie hat mitgespielt.
Dann war es heute Abend so weit. Zuhause waren alle Tiere gefüttert. Nur ich hatte keinen Appetit gehabt. Es stürmte und regnete und war stockdunkel. Aber drinnen in der Cospedaer Kirche brannten  viele Kerzen und es gab sogar Glühwein und überall saßen erwartungsvolle Menschen. Weil ich so viel im Dorf unterwegs bin, kannte ich die meisten und sie mich auch. „Na Else, machst du auch mit?“ wollten einige von ihnen wissen. Die ganzen Übungen vorher habe ich noch mitgemacht und in der zweiten Szene bin auch mal kurz aufgetreten. Aber dann war es plötzlich wieder da: dieses blöde Lampenfieber! Ich muss daran arbeiten... Also, um es gleich zu sagen: ich habe mich die restliche Zeit eher unter den hinteren Bankreihen aufgehalten und mich streicheln lassen. Deshalb konnte ich mir auch alles anschauen und habe nicht schlecht gestaunt, was plötzlich noch so alles in dem Stück passierte. Vieles davon gab es vorher in den Proben nicht. Erstaunlich, was manchen von den Schauspielern spontan einfällt. Iris hat hinterher gelacht und gesagt, die seien eben echte Rampensäue. Das scheint kein Schimpfwort zu sein sondern meint wahrscheinlich, dass jemand richtig Spaß auf der Bühne hat. Habe ich ja eigentlich auch – wenn nicht so viele zuschauen. Ich bin trotz meiner mentalen Probleme ein echter Theaterhund! Ich habe nie Textprobleme und bin immer pünktlich.

Mi

10

Dez

2014

Winterschlaf?

Das ist eindeutig nicht meine Jahreszeit! Früh, wenn Frauchen die Pferde füttern geht, ist es noch dunkel. Da bleibe ich lieber auf Herrchens Sessel liegen und stelle mich tot, wenn sie ruft, dass ich doch mitkommen solle. Ich weiß, da draußen ist es kalt und oft nass in diesen Tagen und heute weht auch der Wind ums Haus. Ohne mich! Da beneide ich Igor, den verwitweten Schildkröterich schon ein wenig: er verschläft die ganze Sache, die sich Winter nennt. Na ja, wenn sie mich auch in so eine Kiste stecken und in den Keller stellen würden, hielte ich es vor lauter Neugier wahrscheinlich doch nicht aus. Ich muss schließlich wissen, was in meinem Revier passiert. Deshalb rapple ich mich doch immer wieder auf uns tapse durch Schlamm, schlittere auf Eis und konnte mich neulich (Das war schön!) kurz im Schnee wälzen. Den Pferden macht übrigens die Kälte nichts aus. Sie haben ein extra dickes Fell und brauchen bis auf den alten Lektor keine Decke. Der allerdings bekommt jeden Abend so eine Art Schlafanzug angezogen. Antonia hat mir neulich auch so ein Modell mit modischem Karomuster umgeschnallt. Um mich völlig zu demütigen wurde ich auch noch an die Leine genommen. Alle, die mich kennen, haben gefragt, was denn jetzt los sei. Grund für den Ausflug war das gemeinsame Vereinsweihnachtsessen in der „Papiermühle“ und dafür wollte mich Antonia schick machen. Auf dem Heimweg habe ich die Decke abstreifen können und gehofft, ich sehe sie nie wieder. Leider hat sie Antonia ein paar Tage später dann doch gefunden...
Dreyri und Co. Finden es toll sich im Matsch zu wälzen. Wenn ich so etwas mache, muss ich hinterher immer in die Badewanne. Da das bei Pferden nicht geht, müssen die armen Reitmädchen mit Striegeln und Bürsten ewig an ihnen herum rubbeln. Der Matsch ist auch ein Grund, weshalb selbst die wetterfesten Isis nicht mehr auf der Koppel leben sondern in ihren Paddocks. Ist nicht ganz so toll – auch für Frauchen nicht, die jetzt jeden Tag mindestens zwei Stunden mit Ausmisten zubringt. Das heißt: jeden Tag stimmt nicht! Am Samstag kommen immer mindestens zwei Leute aus dem Verein, die diese (Drecks)Arbeit übernehmen. Deshalb konnte Frauchen am letzten Samstag auch bei der neuen Trainerin mit reiten. Aber das soll sie euch selbst erzählen. Ich schlafe jetzt erst mal noch eine Runde. - gähn...

Do

30

Okt

2014

Ende der Weidesaison in Sicht

So, nun haben wir (d.h. Frauchen und ich) die ganzen Weidezaunpfähle und das Band ins Auto verstaut. Ein paar Pfähle existieren allerdings nur noch in kleinen Bruchstücken, weil Frauchen im morgendlichen Nebel über einen Haufen von ihnen gefahren ist. Zum Glück hatte sie vorher neue gekauft, so dass die beiden Winterkoppeln trotzdem ordentlich eingezäunt sind. Nun stehen die beiden Herden ganz in der Nähe und ich kann morgens gar nicht mehr mit im Pick up fahren, weil Frauchen alles zu Fuß erledigt. Eigentlich Schade. Die Großen wohnen gerade genau gegenüber und die Ponys haben es auch nicht weit bis zum Stall. Beide Herden haben noch ganz viel Gras auf der Weide. Aber wenn die so weiter machen, ist bald alles alle. Wahrscheinlich haben die Pferde im Herbst immer Angst vor dem harten Winter und fressen, fressen, fressen. Einige von ihnen haben jedenfalls momentan ein ziemliches Figurproblem. Da soll nur noch mal jemand sagen, ich sei zu dick... Dagegen bin ich ein super schlankes Dackel-Jack Russel-Modell! (Aber nur, weil die alle so überwachen, was ich zu essen bekomme.)

Sa

04

Okt

2014

Turnierluft geschnuppert

Das habe ich schon Tage vorher gerochen: Die machen wieder so ein Hausturnier! Wie soll ich euch das erklären, wie das riecht? Vielleicht so: es riecht nach Aufregung, manchmal nach Schweiß (beim Schleppen vom großen Rost oder dem Notstromaggregat), nach Vorfreude, nach Herbstsonne, nach frisch geputztem Zaumzeug und natürlich nach Pferdehaaren.
Gestern war es dann so weit und diese Veranstaltung war ganz in meinem Sinne. Ich durfte nämlich von Anfang bis Ende dabei sein und herum schnüffeln. Wenn ich davon genug hatte, konnte ich mich einfach in eine Ecke des Reitplatzes legen und eine Runde schlafen. Die Pferde kennen mich ja und hier regt sich niemand darüber auf, dass ich überall mit dabei bin.
Manchmal bin ich aber auch ganz schnell munter geworden. Zum Beispiel, wenn jemand im flotten Galopp auf mich zu kam oder wenn es spannend wurde und ich wissen wollte, ob sich wirklich alle Pferde in eine Plane einpacken lassen. (Ja – haben sie.) Überhaupt waren die Pferde ziemlich entspannt. Sogar die beiden Turnierneulinge Sleipnir und Elektra haben beim kleinen Showprogramm so getan als würden sie das jede Woche machen. Alle 15 Isländer hatten etwas zu tun – auch die faule Mysla.
Weil alles ganz gut geklappt hat und auch viele mitgeholfen haben ( - obwohl Ferien sind und auch aus dem Verein so viele verreist sind - ), war Frauchen im Gegensatz zu sonst auch eher gelassen. Na ja, vielleicht wird sie nur langsam alt...
Zum Schluss gab es wie immer die bunten Schleifen, auf die alle so scharf sind. Ines, die Richterin, hat vorher bestimmt, wem welche zusteht. Ich habe keine bekommen. Werde mal tölten üben, dann kann ich nächstes Jahr mitmachen. Die wissen nur noch nicht, was für ein Gangwunder ich bin!
Nur der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass hinterher nicht nur angestoßen sondern wie üblich in der „Linde“ Pommes bestellt wurden und Carlos und ich unter dem Tisch überlegt haben, wie wir an die ran kommen.
Wer mehr über unser Hausturnier erfahren will, kann bald lesen, was Anna dazu aufschreibt und Fotos wird es sicher auch viele geben.

Mo

29

Sep

2014

Nächtlicher Ausflug

Gestern Abend ist Frauchen zeitig ins Bett gegangen, weil am Tag vorher eine große Feier war und sie dann morgens zeitig wieder raus musste, um nach Weimar zu fahren. Sie war fast schon eingeschlafen und ich in meinem Körbchen unter Antonias Bett auch, da kamen uns die Isländer besuchen. Erst hat Frauchen ganz schlaftrunken gedacht: „Welche Idioten reiten denn im Dunkeln noch aus?!“, doch dann ist sie im Schlafanzug losgerannt – ich hinterher – und hat versucht, die Pferde ein zu fangen. Auf der Wiese neben der Bushaltestelle hat sie sie gefunden. Dorthin rennen die Ponys im Herbst gern hin, wenn sie sich mal allein auf den Weg machen, weil es da einige Bäume mit sehr schönen Äpfeln gibt. Eine der Frauen aus der „Linde“ war auch da und hat aufgepasst, dass kein Pferdchen in ein Auto läuft. Das war sehr nett von ihr, denn eigentlich hatte sie sicher anderes zu tun.
Die Isis sind uns und vor allem dem Hafereimer gefolgt und mit auf den Hof gekommen. Beim Durchzählen ist aufgefallen, dass da jemand fehlt: Sleipnir.
Er hatte am Nachmittag eine gebrauchte Ekzemerdecke angezogen bekommen. Das fanden die anderen Pferde wahrscheinlich blöd, weil er so fremd roch und aussah und deshalb haben sie ihn vielleicht geärgert und gegen den Koppelzaun geschubst bis der kaputt gegangen ist.
Eine Stunde lang haben wir gesucht: Antonia, die vom Duschen kam und sich schnell angezogen hat, Herrchen, der eigentlich froh war, endlich Feierabend zu haben und Frauchen und ich. Mit zwei Autos und Taschenlampen sind wir unterwegs gewesen und haben ihn einfach nicht gefunden. Die Polizei sollte schon alarmiert werden und alle haben sich Sorgen gemacht. Weil ich die meiste Zeit im Auto saß, konnte ich nicht herum schnüffeln. Sonst hätte ich sicher gleich gemerkt, dass Sleipnir ganz in der Nähe war – nämlich vorm Friedhofseingang. Was er dort wollte, hat er nicht verraten. Jedenfalls waren wir heilfroh, als Herrchen ihn endlich hatte.
Zur Strafe mussten die Pferde die Nacht in den Offenställen verbringen. Der einzige, der das gut fand, war Philipp, denn der hatte nun Gesellschaft.
Hoffentlich wars das für dieses Jahr mit dem Ausbrechen aus der Koppel!

Sa

27

Sep

2014

Der kleine Eisbär ist zurück

Gestern haben ihn meine Leute endlich wieder aus der Klinik abgeholt: Philipp, der nun noch einen neuen Namen hat. Die Ärztinnen und Ärzte aus der Leipziger Tierklinik und alle, die dort pflegen, haben ihn den Kleinen Eisbär genannt. Mit seinem langen und (durch das viele Putzen in der Klinik und die super saubere Box dort) inzwischen schneeweißen Fell sieht er ja auch so aus. Als Frauchen ihn in Leipzig in seinem Stall entdeckt hat, war sie erleichtert, dass er nicht klapperdürr geworden ist. Er hat nur 6 Kilo verloren. Aber etwas wackelig und müde wirkte er schon. Das hat sich geändert, sobald Philipp begriffen hatte, dass es nach Hause geht. Er hat regelrecht gedrängelt, um auf den Hänger zu kommen.
Dort angekommen, hat er sich erst einmal ausgiebig gewälzt  - und sah dann nicht mehr ganz so weiß aus. Und seitdem frisst er fast ununterbrochen und wiehert schon von weitem, wenn Frauchen mit dem Futtereimer kommt.
Da hatten die Ärzte doch recht! Sie hatten gemeint, Philipp braucht seine vertraute Umgebung und seine Bekannten, dann frisst er auch wieder. Überhaupt haben die in Leipzig alles ganz toll gemacht. Wenn ihr das lest, dann merkt euch bitte:
Bei einer Schlundverstopfung vom Pferd, die länger als 15 Stunden nicht Zuhause behoben ist, fahrt immer in die Tierklinik!!! Dort kann geholfen werden. Bei Philipp war es ganz knapp. Wenn er dort nicht so gut versorgt worden wäre, gäbe es ihn jetzt nicht mehr. Und das würde auch ich sehr traurig finden. Schließlich passe ich von Berufs wegen ja auf, dass die Herde komplett ist.

Di

16

Sep

2014

Drama um Philipp

Am Freitagabend war der Tierarzt da und hatte so eine komische Zange in der Hand. Er wollte was mit Josef machen, damit er nicht mehr auf Hildegard und Cordula springt und nicht mehr so müffelt. Armer Josef, der hat laut protestiert. Aber Frauchen hat gesagt, es muss leider sein.
Philipp hatte gerade seine Lieblingsheucobs bekommen. Vielleicht war er zu gierig. Jedenfalls hat er sich verschluckt und laut gehustet und es kam ihm so eine eklige braune Brühe aus der Nase. Leider hat der Tierarzt da nicht gleich etwas unternommen sondern erst am nächsten Tag war die Julia und dann noch einmal er da. Aber Philipp hatte immer noch so einen Kloß im Hals und konnte nichts essen und trinken. Wenn nichts passiert wäre, hätte er verhungern und verdursten müssen. Es war nun schon Samstagabend und ich habe mitbekommen, wie Frauchen immer aufgeregter wurde. Sie hat mit Josi telefoniert und die hat die große Pferdetierklinik in Leipzig angerufen. Und dann sind sie losgefahren. Der Philipp muss gewusst haben, dass das seine einzige Chance ist. Jedenfalls ist er ohne Zögern auf den Pferdehänger gestiegen, obwohl er so etwas seit Jahren nicht gemacht hat. Ich habe nur ganz kurz mal getestet, ob ich nicht doch mitkommen kann, es dann aber gelassen. Die hatten einfach keine Nerven für mich. Umso mehr Sorgen habe ich mir gemacht, weil es ewig gedauert hat bis Frauchen wieder da war. Antonia war inzwischen schon eingeschlafen und auch Herrchen war wieder da.
Erst am nächsten Morgen hat Frauchen erfahren, dass die beiden Tierärztinnen nach vielen Stunden es doch noch geschafft hatten, die Speiseröhre von Philipp frei zu bekommen. Aber es war immer noch nicht heraus, ob er das überlebt. Schon als er in der Klinik ankam, hatten sich alle große Sorgen gemacht, weil Philipp so alt ist und sowieso krank durch sein blödes Cushing und weil die Schlundverstopfung schon viel zu lange andauerte. Die sind alle rumgeflitzt und haben Blut genommen und ihn an Infusionen gehangen und er hat so viele Medikamente bekommen wie in seinem ganzen langen Leben noch nicht.
Frauchen hatte am Sonntag dann noch ganz viel zu tun, weil Tag des Offenen Denkmals war und sie für die Gäste Kuchen gebacken hat und versucht hat trotz des Regens alles schön zu machen. Neue Bilder hängen auch oben in der Scheune, auf denen sieht man viele Blumen und Bäume und das Meer.  Ich habe mir mit angehört wie sie am Nachmittag für die Gäste Geschichten aus Ihrer Kindheit vorgelesen hat und dabei gemerkt, dass sie eigentlich mit ihren Gedanken mehr bei Philipp war. Kaum waren alle weg, hat sie wieder in Leipzig angerufen. Dort haben sie gesagt, dass Philipp sich zwar langsam, ganz langsam erholt, aber immer noch nicht fressen kann. Wenn er es versucht, verschluckt er sich gleich wieder. Nun mussten wir uns alle weiter Sorgen machen und immer, wenn Frauchens Handy klingelte, ist sie zusammen gezuckt, weil sie gedacht hat, dass es die Klinik ist.
Gestern Mittag gab es dann eine neue Nachricht: Philipp hat endlich etwas in den Magen bekommen! Die eingeweichten Heucobs schmecken ihm zwar nicht – doch da muss er durch. Etwas andres als Brei wird es wohl auch in Zukunft nicht mehr geben. Frauchen hat der Tierärztin am Telefon noch den Tipp gegeben, ihm Bananen unters Futter zu mischen, weil das sein Lieblingsessen ist.
Die Tierärztin am Telefon hat gesagt, der Philipp ist ein Charakterkopf und alle in der Klinik wollen, dass er es schafft.
Ich drücke ihm auch alle Pfoten ganz fest.

Do

11

Sep

2014

Willkommen Zuhause Sleipnir!

Natürlich war klar, dass sie mich mal wieder nicht mitnehmen (- ich versuche es trotzdem immer wieder -)! Herrchen und Frauchen sind vormittags bis nach Chemnitz gefahren und haben den Pferdehänger aus der Werkstatt geholt. Der hat jetzt eine neue Seitenwand und ein Stück vom Boden ist auch nigelnagelneu. War sicher ganz schön teuer. Aber jetzt können die Pferde  wieder sicher darin verreisen.
Auf dem Rückweg haben meine Leute in Illsitz bei Ines Halt gemacht und Sleipnir abgeholt. Der war ja fast ein Vierteljahr dort und hat ganz viel gelernt. Ines hat es ihnen vorgeführt und Frauchen durfte es auch gleich einmal ausprobieren. Zuhause hat sie allen ganz stolz erzählt, was für ein tolles Pferd ihr Sleipnir ist und dass er schon ganz schön und leicht töltet und Schenkel weichen kann und rückwärts richten und lauter solche Sachen, die mir als Hund jetzt nichts sagen. Nachmittags hat sie Sleipnir auf die Koppel geführt (Da durfte ich dann endlich auch mit.) und der hat sich gefreut seine Kumpels wieder zu sehen. Erst einmal sind alle wie wild über die Koppel gerannt und haben komische Töne gemacht, wenn sie  an Sleipnir gerochen haben.  Elektra wollte ihm gern Guten Tag sagen. Aber da war Dreyri dagegen. Pferde können also auch eifersüchtig sein!
Doch bald darauf war Ruhe und alle haben wie vorher ganz geschäftig gegrast.
Übrigens ist in der „Cavallo“, einer Pferdezeitschrift, ein Testbericht über den Hof von Ines. Es gab ganz viele Hufeisen in der Bewertung, was sehr gut ist. Und auf einem der Fotos sieht man Sleipnir. Also ist er jetzt auch ein bisschen berühmt...

Di

09

Sep

2014

Die hat Nerven: coole Elektra

Heute war der Schmied wieder da und Frauchen hat zusammen mit Sjoli die Neue, die Elektra von der Koppel geholt. Dafür muss sie momentan noch ganz schön weit laufen. Gerade als sie mit den Pferden losgegangen ist, hat ein riesiger Traktor seine Runden auf den Feldern gezogen und geackert. O je, was wird so ein junges Pferd wie Elektra da machen? Gar nichts! Sie hat nicht mal richtig hingeschaut. Auch auf dem Hof, den sie ja noch gar nicht kannte, ist sie ganz gelassen geblieben und hat nur mal kurz angehalten, als eines von den Perlhühnern (Harry Potter oder Golum) mal wieder geschrien hat, als ob eine Löwe gleich aus dem Gebüsch springen würde.
Beim Schmied war sie auch brav und  nun hat sie wieder ganz ordentliche Hufe.
Ich bin auch zufrieden, weil für mich genügend Horn-Kaugummi abgefallen ist.

Do

04

Sep

2014

Alles auf Anfang

O je, ich sehe Frauchen jetzt wieder vor langen Listen sitzen und grübeln. Das ist immer so, wenn ein neues Schuljahr beginnt. Viele von den Kindern haben neue Stundenpläne und alle Einteilungen für die Reitstunden kommen durcheinander.
Dieses Mal kann kaum noch jemand am Montag, dafür aber die allermeisten am Mittwoch. Geht irgendwie auch nicht, da es die Pferde und Frauchen ja nur einmal gibt. Außerdem sind jetzt besonders oft Leute am Telefon und fragen, ob ihre kleinen Töchter auch noch hierher zum Reiten kommen können. Aber ungefähr zehn Erstklässlerinnen zusätzlich – das ist ja nicht zu schaffen. Für die kleinen Pferdemädchen ist es jedes Mal traurig, wenn sie hören, dass sie mindestens bis zum Frühjahr warten müssen. Eigentlich sucht Frauchen ja auch eher Leute, die schon richtig gut  und mit Gefühl reiten können und wissen, wie das mit dem Tölt bei den Isländern geht. Aber von denen gibt es leider nicht so viele – oder die sind schon alle wo anders. Und dann sind auch noch zwei von denen, die hier viel gelernt haben (erst mal) nicht mehr da: Nora ist für ein Jahr in Kanada und Maxi fängt in Berlin zu studieren an. Also kein Wunder, dass auf den Listen immer wieder durchgestrichen wird oder Frauchen sie gleich wegwirft und neue schreiben muss. Ganz schön kompliziert – und ich kann nicht mal helfen...

Mo

04

Aug

2014

Leben in den Tropen

So,  nun bin ich wieder unter dem Bett hervor gekommen. Dort hatte ich mich vor den Blitzen und Donnern versteckt, die ganz nah am Haus waren. Da soll ja seit ein paar Jahren ein Blitzableiter drauf sein – aber ich traue dem nicht so ganz und habe bei Gewittern einfach eine Sch...angst. Momentan regnet es einmal am Tag ganz kräftig und anschließend ist es wieder genau so heiß wie vorher. Ein Wetter wie im tropischen Regenwald. Nicht nur ich finde das blöd. Auch Hildegard, Cordula und Josef, die Ziegen, rennen beim ersten Regentropfen in den Stall und meckern empört.
Frauchen ist mit mir zu den Pferden gefahren als sich der Himmel beruhigt hatte und hat geschaut, ob alles in Ordnung ist. Die Isis und die Großen wirkten nicht unglücklich – nur die Fliegen fingen schon wieder an sie zu nerven.
Elektra ist übrigens seit Samstag in der Herde nachdem erst mal Randalin ihr Gesellschaft geleistet hatte. Sieht fast so aus, als wäre sie schon immer da gewesen. Wenn man nicht genau hinschaut, könnte man auch denken, Moldi sei zurück gekommen. Aber der, das heißt seine neue Besitzerin, hat geschrieben, dass sein neues Leben ganz toll ist und er viel erlebt und gern dort in Hessen bleiben will.
Elektra hat auch schon einen Freund: Dreyri weicht ihr nicht von der Seite. Darüber ist Randalin sauer, weil er eigentlich ihr Freund war. Aber wenn es so schwül-warm ist, regt sich niemand wirklich ernsthaft auf sondern alle (ich eingeschlossen) bewegen sich so wenig wie möglich.

Do

31

Jul

2014

Neue Hühner- und Entenwohnung

Endlich sind sie alle umgezogen! Die Hühner wohnen ja schon ein paar Tage in ihrem neuen Stall mit  Fuchs-sicherem Auslauf. Nun sind auch die Laufenten eingezogen. Der Stall würde eigentlich gut in ein „Schöner Wohnen“ für Hühner und Enten passen. Hat jedenfalls ganz schön gedauert bis er fertig war.
So ein Federvieh-Umzug ist eine laute Angelegenheit, weil die herum schreien, als ob der Fuchs sie in ihren Bau schleppen würde. Ich habe alles beobachtet und mich bereit gehalten falls doch ein Huhn oder eine Ente ausreist. Ist leider nicht passiert.
Ganz so viel Freiheit wie vorher haben sie nun leider nicht mehr. Aber diese Art zu wohnen ist immer noch besser als – so wie es neulich gleich acht Hühnern passiert ist –  als Festmahl für eine Fuchsfamilie zu dienen.
So richtig viele Eier gibt es immer noch nicht wieder. Es leben ja auch ein paar der guten alten Hennen (aus oben genannten Gründen) nicht mehr und die jungen Hennen wissen vielleicht noch nicht wie das mit dem Eier legen funktioniert.

So

27

Jul

2014

Elektra – ist das nun eine Griechin oder Isländerin?

 

Ich hätte es ja ahnen müssen...Immer wenn eine gewisse Aufregung auf dem Hof zu spüren ist und Frauchen oder Herrchen mit dem Auto vor dem Pferdehänger herum rangieren, dann geht mindestens ein Pferd auf Reisen. Gestern sind Frauchen und Josi (Herrchen war ahnungslos mit Antonia an der Ostsee) aber nicht nur ohne mich sondern auch ohne Pferd losgefahren. Vielleicht wollten sie Sleipnir aus seiner Internatsschule abholen?
Als sie wieder zurück waren, stieg aus dem Hänger aber kein Rappscheckwallach sondern eine junge erdfarbene Stute aus, die ich noch nicht kannte. Elektra vom Idablick heißt sie. Ihr Vorname ist eigentlich einer aus der griechischen Mythologie. Trotzdem ist sie eine ganz echte Isländerin. Ich bin ja gespannt wie sie gerufen wird. Vermute ja, es läuft auf „Elli“ oder so etwas ähnliches heraus.


Nun muss sich die Kleine erst einmal hier einleben. Sie steht auf einer Extrakoppel gleich neben der großen von den Isländern. Dort war ziemliche Aufregung und alle drängten sich am Zaun. Aber irgendwann fanden sie das Gras doch wieder spannender und haben sich ihrer Lieblingsbeschäftigung gewidmet.

Fr

25

Jul

2014

Streuner-Lilli

Das hätte ich mal machen sollen: knapp zwei Wochen von Zuhause wegbleiben! Frauchen hätte wahrscheinlich die Polizei, die Feuerwehr, das Tierheim und wer weiß noch wen eingeschaltet. Aber wenn Lilli, die Katze so etwas anstellt, dann heißt es nur, das sei ja schon ein paar Mal vorgekommen und immer gut ausgegangen. Zuletzt hat Frauchen aber auch nicht mehr so richtig daran geglaubt und gejammert, dass ihre Lilli wahrscheinlich tot ist.
Ist sie aber nicht! Heute Morgen ist sie laut miauend in die Küche gelaufen und hat sofort nach Futter verlangt. Dabei sah sie gar nicht mal so abgemagert aus. Wäre ja interessant zu erfahren, wo sie sich so herum getrieben hat und wovon sie gelebt hat.
Aber sie verrät es nicht. Als ich etwas erfahren wollte, hat sie mir zu verstehen gegeben, dass mich das nichts angeht. Streunerkatzengeheimnis...

Fr

18

Jul

2014

Ausflug in die große Stadt

Ich war in Jena zum Shoppen! Und meine Leute hätten davon gar nichts mitbekommen – wenn Vilja nicht gepetzt hätte. Frauchen und Herrchen waren zum Arbeiten außer Haus, Antonia lag mit Sommergrippe im Bett und auch sonst passierte gerade nicht viel. Deshalb habe ich mich sehr gefreut, als ich Vilja gefunden hatte, die gerade nach Jena laufen wollte, um Anna aus der Schule abzuholen. Sie hat zwar ein paar Mal energisch gerufen „Else geh endlich heim!“, musste dann aber einsehen, dass ich mich entschieden hatte mir Jena genauer an zu sehen. Also hat sie ihre Bluse ausgezogen und als Leine für mich genommen. Anna hat dann später ihren Gürtel dafür hergegeben. Zu dritt sind wir in einige große Geschäfte gegangen. War sehr interessant für mich. Für die Mädchen war es vor allem anstrengend, denn sie mussten mich in den  Geschäften   auf   den  Arm  nehmen,  weil  die

                                                                                      Verkäuferinnen das so wollten. Na ja und ich habe

                                                                                      momentan ja so ein klitzekleines Figurproblem...

So

13

Jul

2014

Allein zuhaus

Das war ja schon fast nächtliche Ruhestörung. Kurz nach vier Uhr ist Frauchen aufgestanden und hat gestöhnt: „Warum tu ich mir das an?!“
Normalerweise folge ich ihr immer auf den Hof, um die anderen Tiere zu füttern und ihnen Guten Morgen zu sagen. Aber das war eindeutig zu früh für mich. Also habe ich es wie Antonia gemacht und weiter geschlafen. Irgendwann haben Frauchen und Josi aber so viel Unruhe auf dem Hof verbreitet, dass ich doch mal runter bin um nach zu schauen. Ich hatte es ja schon am Abend vorher geahnt, dass sie mal wieder mit Pferden verreisen wollen, denn Drifandi, Dreyri und Sjoli mussten im Paddock übernachten und vor dem Tor standen gleich zwei Pferdehänger. Was die da immer alles mitnehmen... Sieht jedes Mal so aus, als würden sie mit den Pferden auswandern wollen.
Antonia war dann auch endlich aufgestanden und ich bin schon mal ins Auto eingestiegen, damit sie mich auch ja mitnehmen. Wer nicht einsteigen wollte, war  dieses Mal Sjoli. Beinahe hätte er zuhause bleiben müssen und das Hestadaga-Turnier in Illsitz verpasst. Weil es so lange gedauert hat, wollte Dreyri in der Zwischenzeit wieder aussteigen. Und dann waren in dem geborgten Hänger die Stangen viel zu hoch angebracht für den kleinen Drifandi. Nur Aufregung. Und Frauchen und Josi haben dieses Mal beide gesagt: „Warum tun wir uns das an?!“ Später als geplant ging es dann doch los – ohne mich!
Frauchen hat mich einfach wieder zurück aufs Grundstück getragen und das Tor fest zugemacht. Ich fasse es noch heute nicht! Dabei bin ich der perfekte Turnierbegleithund. Na gut, es gab da einmal einen Vorfall...Aber das war ein Westernturnier und da spielten plötzlich Kühe mit. Wahrscheinlich habe ich auch Hütehundvorfahren – jedenfalls hielt mich nichts mehr und ich habe den Cowboys geholfen, die Kühe zu treiben. Die wollten sich aber nicht helfen lassen und einer hat über das Mikrofon gebrüllt, dass der freilaufende Hund gleich erschossen würde. Hat niemand geglaubt, trotzdem sind Frauchen und Antonia hektisch herum gelaufen und haben versucht mich ein zu fangen. Da wussten alle, dass wir zusammen gehören.

Ich war jedenfalls ziemlich beleidigt, dass ich den ganzen Tag gestern auf dem Hof zubringen musste. Nicht mal Steffi hat mich mitgenommen zum Turnier der Mühle Cospeda, wo sie mit geritten ist. Wäre auch nicht schlecht gewesen. Letztes Jahr gab es dort eine Vorführung einer Hundeschule und ich habe für einen Extraprogrammteil gesorgt – bis mal wieder jemand gerufen hat, dass ich eingefangen werden soll. Komisch: kaum jemand scheint Hunde mit eigenen Ideen zu ertragen. Weil sie mich nicht mitgenommen haben, kann ich auch gar nichts über das Turnier in Illsitz erzählen. Das will aber die Lisa machen, die mit Muggur schon seit Freitag dort war. Ich habe nur gesehen, dass sie abends ganz viele bunte Schleifen und sogar ein paar Pokale ausgepackt haben und darauf ganz stolz waren.
Einen Trost gab es dann doch noch. Wir sind alle zusammen zur „Mühle“ gelaufen. Dort saßen noch ein paar Leute. Es gab Bier und Pommes und während mein Hundefreund Carlos brav unter dem Tisch saß und einfach nur froh war sein Frauchen Josi wieder bei sich zu haben, bin ich erst einmal eine große Runde stromern gegangen. Musste einfach sein – nach so einem Tag.

Di

08

Jul

2014

Nachricht von Sleipnir

Frauchen hat eine lange SMS über Sleipnir bekommen.. Er ist ja in so einer Art Pferdeinternat und lernt, was es heißt, ein Reitpferd zu sein. Das hat er wohl am Anfang ziemlich blöd gefunden und war bockig. Aber Ines (die Ausbilderin vom Hirtenhof Illsitz) hat Erfahrung mit jungen Pferden. Moldi, Sjoli und Dreyri haben bei ihr viel gelernt und sind jetzt richtig gute Reitpferde. Viel schlechter ist da die Nachricht, dass sich Frauchens Verdacht bestätigt hat und Sleipnir wahrscheinlich doch Sommerekzem hat. Das ist komisch, weil er nicht aus Island kommt und schon sechs Jahre alt ist. Der arme Kerl scheuert sich seine schöne Mähne ab, weil ihn die Insektenstiche ganz übel jucken. Da hilft nur eine spezielle Decke. Nun sieht man zwar nicht mehr, was für ein hübscher Rappschecke er ist, aber es geht ihm besser damit.
Ich bin ja froh, dass meine Leute noch nicht auf die Idee gekommen sind, mich auch in so eine Schule zu schicken, obwohl es sicher Zweibeiner im Ort gibt, die meinen, ich bräuchte dringend Unterricht in der Hundeschule. Das ist sowieso ungerecht: Bei den Katzen und den Ziegen sagen alle, es sei normal, dass sie nicht gehorchen. Nur wir Hunde sollen uns hinsetzen und hinlegen und zurück klommen, sobald das ein Zweibeiner möchte. Dann bin ich eben eine Ziegenkatzenhündin – und mache, was ich richtig finde.

Mo

07

Jul

2014

Schnelle Else/Else Schnellste

Heute Abend wollte ich es mal wieder wissen. Also bin ich nicht ins Auto gesprungen, als es von der Koppel nach Hause ging sondern losgerast als ob eine gemeingefährliche Mischung aus Dogge und Pitbull hinter mir her wäre  und habe mir mit dem alten Pick up ein Wettrennen geliefert.  Auch wenn alle sagen, dass ich momentan zu moppelig bin, 30 km/h schaffe ich noch! Ich bin Siegerin und nicht der verbeulte L 200. Vielleicht hat Frauchen auch nicht ganz so viel Gas gegeben wie sie gekonnt hätte...

Am Berg hat sie dann angehalten und die Autotür aufgemacht und gesagt: „Na komm schon, steig ein.“ Das Angebot habe ich dann doch gern angenommen. Als achtjährige, kurzbeinige und vielbeschäftigte Hündin muss ich auf mich achten. Übrigens: Autofahren liebe ich fast genauso wie Butterkäse oder Radfahrer vorm Museum erschrecken.

Fr

04

Jul

2014

Heu!

Heute ist das Winteressen für die Pferde fertig gemacht wurden. Frauchen und ich sind zusammen im Auto über die abgeernteten Wiesen gefahren und haben die Heurollen gezählt. Die Männer von der Gönnatal Agrar e.G. haben das gute Wetter ausgenutzt und ruck zuck unser Heu hergestellt. Das ist sehr nett von ihnen, weil sie ja selbst auch ganz viel zu tun haben.  Es sind 59 Rollen (falls sich Frauchen nicht verzählt hat) und das ist schon mal ein guter Anfang. Hoffentlich bleibt es auch bei den 59 Rollen und es klaut nicht wieder wie im Vorjahr jemand eine oder rollt welche den Berg hinunter ins Gebüsch. Wenn ich diese Leute nur mal erwischen würde – genauso wie den, der immer wieder Koppelzäune zerschneidet, um uns zu ärgern! Ich würde kräftig zubeißen – auch wenn das bei meinen kleinen Zähnen nur ein Zwicken ist.

Mi

02

Jul

2014

Wo sind denn hier die Pferde?

Das war anstrengend! Ich habe Frauchen geholfen eine riesige Koppel zu bauen, mindestens 2 Hektar und es geht Berg hoch und Berg runter und das Gras ist so hoch gewachsen, dass es für mich wie ein Wald ist. Nach drei Tagen war endlich alles fertig und die Pferde sind  vorgestern dorthin geführt wurden -  das heißt Mysla und Fani sind allein hin gelaufen... Als dann alle Isis dort waren, hat man erst einmal überhaupt gar keinen Unterschied gesehen. Auch die Pferde sind im Gras verschwunden. Dann sind sie zu ihrem Lieblingsplatz am Waldrand galoppiert und die meiste Zeit stehen sie dort im Schatten und bewegen sich möglichst wenig.
Gestern müssen sie sich dort aber um die besten Plätze gestritten haben, denn plötzlich waren alle Isis Zuhause am Hof und ein Stück Zaun zerstört. Zum Glück waren gerade einige Erwachsene zum Reiten da und haben sie in die Paddocks gesperrt. Frauchen hat sich gewundert, als sie nach Hause kam und dann geschimpft, weil nun die ganze Herde auf die am weitest entfernte Koppel zurück gebracht werden musste. Überhaupt ist gerade das große Wandern angesagt. Die Reitschüler stöhnen jedes Mal, wenn sie hören, dass die Pferde nun auf dieser Koppel stehen. Da kann man als Mensch am Eingang stehen und rufen – und kein Pferd kommt. Ist eben wie im wirklichen Leben und nicht wie im Film. Also müssen sie mit den Halftern immer quer über die große Wiese und meist noch bergan laufen – und dann natürlich noch bis zum Hof (auch wieder bergan). Da ist man fix und fertig bei diesen Temperaturen ehe das Reiten überhaupt angefangen hat. Ich muss nicht laufen sondern darf meist in Frauchens Auto mitfahren. Dass ist auch gerecht, denn meine Beine sind ja viel kürzer als die der Kinder. Morgen und übermorgen muss Frauchen aber auch wandern, weil da der Schmied und dann die Tierärztin zum Impfen kommen. Ich glaube, ich gehe nicht mit sondern verstecke mich lieber im Museum.

Sa

28

Jun

2014

Premiere in der Sattelkammer

Das war ganz schön gemein gestern. Als die Premierenzuschauer in der Scheunenbühne ihre Plätze eingenommen haben, da habe ich mir auch einen Platz sichern wollen. Aber Iris, die Theaterchefin, hat gesagt, dass das nicht geht und dass ich nicht dabei sein dürfte. Sie hatte Sorge, ich würde dann doch mitspielen wollen. Also haben sie versucht mich ein zu fangen. Na, ich bin ja nicht blöd und habe mich erst mal unter den Podesten versteckt. Leider war es mir dort dann doch zu langweilig und ich wurde erwischt und landete in der Sattelkammer. Dort habe ich nun gar nicht mitbekommen, wer sich alles in wen verliebt in dem Stück „Dorftratsch oder Stadtgeflüster. Leben und Lieben lassen“. Ich habe nur hinterher gehört wie die Leute gelacht und angestoßen und sich darüber unterhalten haben. Scheint ganz lustig gewesen zu sein. Ich bin noch etwas beleidigt. Falls die im nächsten Stück doch wieder einen schauspielernden Hund brauchen, müssen sie mich schon sehr bitten...

Do

26

Jun

2014

Armer Philipp

Gestern war die Tierärztin bei Philipp und hat bestätigt, was wir schon dachten. Er hat wirklich Hufrehe. Deshalb muss er jetzt zweimal am Tag Medizin einnehmen und sich die Hufe kühlen lassen. Ich gehe oft zu ihm in den Paddock, damit er nicht so allein ist. Obwohl – so ganz allein ist er nie. Die Enten und Hühner kommen, um die Reste von seinem Frühstück auf zu picken. Da sind jetzt übrigens zwei komische Exemplare darunter. Die haben keine Federn am Kopf und alle haben gedacht, dass da einfach wieder etwas wachsen muss. Am Körper haben sie dafür sehr schöne Federn, so schwarz-weiß gepunktet. Inzwischen wissen wir, dass Perlhühner immer so federlos am Kopf aussehen. Das ist bei denen normal. Außerdem sollen sie vor dem Marder warnen. Sobald sie ihn entdecken, schreien sie fürchterlich. Eine Hörprobe davon gab es schon, als Frauchen und Antonia am ersten Abend die beiden eingefangen haben, weil sie noch nicht wussten, dass im Stall übernachtet wird. Hildegard, Cordula und Josef  (die Zwergziegen) lungern auch ständig bei Philipp rum. Sie haben es vor allem auf sein Futter abgesehen. Manchmal legen sie sich aber auch zu ihm und käuen wieder. Das sieht dann ganz gemütlich aus. Wenn ich nicht gerade fremde Hunde am Zaun mit meinem Gebell weg scheuchen  muss, lege ich mich auch noch dazu und mache Siesta.
Übrigens kann ich auch so ganz entspannt sein und muss kein Lampenfieber haben: ich bin raus aus der Theaternummer. Die Iris, Viljas Mutter, die die Theaterchefin ist, hat gesagt, ich solle doch nicht mitmachen, weil ich einfach zu viel Aufmerksamkeit bekomme. Scheint so zu sein, dass Kinder und Tiere den normalen Schauspielern die Show stehlen. Ob das Stück gut wird – so ganz ohne mich? Morgen wissen wir mehr.

Mi

25

Jun

2014

Wenn Pferde verreisen

Am letzten Wochenende hatte ich alle Pfoten voll zu tun. Ich musste am Freitagabend aufpassen, ob hinter unserem Garten auch alles für das Sommerfest richtig aufgebaut wird und ob meine Leute den Pferdehänger anhängen können. Da standen nämlich immer Autos im Wege. Draumur und Sjoli sollten nach Illsitz bei Altenburg verreisen, weil Vilja, Antonia und Anna (als Helferin) zu einem Kurs wollten, der sich Bundesjugendtraining nennt. Deshalb hatten sie auch Berge an Sachen eingepackt für sich und die Pferde. Die warteten schon im Paddock. Aber es ging einfach ewig nicht los. Dann habe ich aufgeschnappt, wo das Problem liegt. Es war so was elektrisches, irgendwie ging der Blinker nicht und auch beim Bremsen leuchtete kein Licht auf. Einige von den Männern, die das Zelt fürs Sommerfest aufbauten, schauten sich Auto und Hänger an und jeder hatte eine andere Idee. Repariert hat es aber keiner. Deshalb musste der Uli aus dem Nachbardorf helfen. Der konnte aber erst am nächsten Tag. Deshalb durften Draumur und Sjoli auch wieder auf die Koppel. Samstagmittag war es dann endlich so weit. Draumur wollte erst nicht in den Hänger. Dann fand er den Eimer mit dem Kraftfutter aber doch zu interessant und ist eingestiegen. Mich haben sie nicht mitgenommen, obwohl ich doch so gern Auto fahre. Aber wahrscheinlich hätte ich gar keinen Platz gehabt zwischen all den Menschen und dem vielen Gepäck. Herrchen muss sehr schnell gefahren sein, denn pünktlich zu Beginn des Festes waren er und Frauchen wieder da. Wie es in Illsitz war, sollen die Mädchen mal selbst erzählen. Hier war es auf jeden Fall sehr interessant. Zum Fest kamen nicht nur eine ganze Menge Zweibeiner sondern auch viele Hunde, die alle an der Leine laufen mussten. Zum Glück macht das mit mir niemand und so konnte ich frei entscheiden, ob ich Nora, Marlene und Maja, die Ponyreiten für Kinder  mit Drifandi und Randalin gemacht haben, begleitete oder ob ich bei Frauchen und ihrer Schwester am Kuchenstand aufpasse oder lieber den Bratwurstrost überwache ( - da fällt manchmal etwas runter - ) oder doch lieber die Hüpfburg ausprobiere ( - habe ich nicht gemacht - ) oder zur Schatzsuche mit auf den Kirchturm zu den Fledermäusen steige. Abends war richtig was los. Es gab ein Quiz, eine Andacht, ein Lagerfeuer, viel Musik und außerdem Fußball ( - scheint immer noch wichtig zu sein - ). Dann war schon lange Schluss, aber meine Leute und  einige andere sind einfach nicht gegangen. Ich war ja hundemüde. Na ja, das waren die dann am nächsten Morgen, als sie früh aufstehen und arbeiten mussten, sicher auch.
Frauchen hat nach dem Mittag zusammen mit Josi den Sleipnir geholt und er ist ohne zu zögern auf den Hänger gegangen. Er soll nämlich in Illsitz bei Ines, der Hofchefin, zur Schule gehen. Ihn haben sie dort gelassen und die beiden anderen Pferde und die Mädchen mit nach Hause genommen. Ich durfte wieder nicht dabei sein. Nachdem sie hier die Pferde abgeladen hatten, habe ich nur gesehen, dass sie ziemlich erschrocken waren, weil in einer Seitenwand vom Hänger plötzlich ein Loch war. Der Sjoli, der sowieso etwas ungeschickt ist, hätte sich schlimm verletzen können. Zum Glück ist nichts passiert und alle waren heilfroh, dass sie dieses anstrengende Wochenende geschafft hatten. Allerdings mussten noch alle Pferde – außer Sleipnir, der ja nun für ein paar Wochen außerhalb wohnt – versorgt werden. Und zu all der Arbeit kommt meist noch etwas dazu: Silvana hat einen komischen Ausschlag am Kopf, der aber schon besser wird und der arme Philipp hat einen leichten Hufreheschub. Das ist richtig blöd, weil es weh tut und bei Philipp nicht vom falschen Essen kommt sondern weil er Cushing hat. Das bekommen vor allem ältere Pferde. Wenn man nichts unternimmt, haben die dann das ganze Jahr ein Winterfell und kriegen schnell mal entzündete Huf und andere schlimme Sachen.
An dem Abend sind meine Leute mit Josi und Christan dann noch in die „Linde“ gegangen, weil sie Riesenhunger auf Pommes hatten. Da durfte ich endlich wieder mal mit und konnte unter dem Tisch mit Carlos, meinem kleinen Hundefreund, das Wochenende auswerten. Damit die Kellnerin nicht über uns stürzt und die ganzen Pommes verschüttet, mussten wir an der Leine bleiben.

Mo

16

Jun

2014

Wofür ein Fön sonst noch gut ist

„Tschüss, Else“ hat Frauchen gesagt und ist Richtung Auto gelaufen, um nach Weimar zu fahren, weil sie dort kranke und manchmal ziemlich traurige Menschen besuchen wollte. Weit ist sie nicht gekommen. In dem Wassernapf für die Hühner zappelten zwei der kleinen Entchen und kamen nicht mehr heraus. Sie waren nicht nur klatschnass sondern auch noch völlig ausgekühlt. Also hat Frauchen sie und die beiden Geschwister geschnappt und ist mit ihnen zurück ins Haus. Weil die Rotlichtlampe (irgend so ein Billigding) nicht mehr ging, hat sie im Schrank gewühlt und zum Glück den Fön gefunden, den ein Gast mal vergessen hatte. Als die beiden Unglücksentchen halbwegs trocken war, hat sie mit meiner Hilfe die Entenmutter gefangen - was gar nicht so einfach ist, da unsere Laufenten immer so tun, als ob ich nicht Else wäre sondern ein Wolf – und alle in den Stall gesperrt. Die Mutter hat auch kapiert (Enten sind ansonsten ziemlich blöd...), dass sie sich auf ihre Kinder setzen muss, um sie zu wärmen, ihr Freund, der blinde Enterich, hat draußen gewartet und Frauchen ist endlich losgefahren. Als sie zurück kam, saß die Ente noch brav im Stall, aber alle vier Küken waren weg. Weil Fanny, eine der beiden Katzen, gerade herumlungerte, hat Frauchen haarscharf und doch daneben geschlussfolgert, dass sie die Entenkinder ermordet und aufgegessen habe. „Warum schleppe ich eigentlich das ganze Katzenfutter nach Hause?!“ hat sie Fanny angebrüllt und ist wie eine Irre durch den Garten gelaufen und hat die Entchen gesucht. Die Entenmama und ihr Freund,  er blinde Erpel, sind ihr gefolgt. Niemand hat auf mich gehört. Deshalb hat es fast zwei Stunden bis zum Happy End gedauert. Kurz vor der Reitstunde kam Vilja und hat zu Frauchen gesagt, dass da komischerweise im Nachbargarten so ein Geräusch gehört habe, dass verdächtig nach kleinen, aufgeregten Enten klinge. Die Ausreißer waren tatsächlich dort. Leider hat man mich zum Einfangen nicht mitgenommen. Stattdessen sind Vilja und Frauchen zwischen den Kartoffelpflanzen im ordentlichen Nachbargarten (nicht wie bei uns, wo alles durcheinander wächst) herum gelaufen und haben wahrscheinlich ziemlichen Flurschaden angerichtet. Aber das Ergebnis zählt: alle vier Laufentenküken leben und es gab eine richtige Familienzusammenführung. Deshalb kann ich mich auch jetzt ganz entspannt auf Herrchens Sessel setzen (Der ist nämlich nicht da sondern schaut sich Fußball an – scheint gerade wichtig zu sein...).

Do

12

Jun

2014

Bringen Hufeisen Glück?

Heute war der Schmied da. Darauf freue ich mich immer, weil so leckere Hornspäne danach herum liegen. Auf denen kann man wie auf Kaugummi kauen und gesund sind sie auch (übrigens sogar für Rosen). Nur die Menschen scheinen sie nicht zu mögen, denn hinterher landen die restlichen Hornspäne immer in der Schubkarre.

Bei Dreyri, Draumur und Philipp sind die Hufe nur ausgeschnitten wurden. Sjoli, Djarfur und Muggur haben neue Eisen bekommen. Eigentlich bräuchten unsere Isländer solche Metallschuhe  als Schutz nicht, denn sie haben alle sehr gute Hufe. Das kommt daher, dass sie hier in Cospeda viel auf harten, steinigen Wegen laufen müssen. Der Schmied ist immer ganz begeistert darüber wie fest die Hufe sind und gleichzeitig nicht so erfreut, dass er es kaum schafft, diese Hufe zu kürzen. Sjoli und vor allem Djarfur haben sich aufgeregt über den Qualm beim Eisen aufbrennen. Das stinkt auch wirklich schlimm! Die Eisen lässt Frauchen übrigens bei einigen Isis drauf machen, weil sie dann entweder besser traben oder tölten können. Aber das ist eine Wissenschaft für sich...

 

Zum Schluss hat der Schmied sogar die Füße von Cordula und Hildegard bearbeitet. Allerdings heißt das bei denen nicht Huf- sondern Klauenpflege und man muss auch eine viel kleinere Schere dafür nehmen. Beim kleinen Böckchen, das nun wahrscheinlich Josef heißt, musste noch nichts gemacht werden.

Im Gegensatz zu gestern gibt es über die anderen Tiere nur Schönes zu erzählen: vier Laufentenküken sind nämlich geschlüpft. Vielleicht bringen Hufeisen wirklich Glück?

Mi

11

Jun

2014

Ein dramatischer Tag

Heute lag etwas in der Luft... Aber die angekündigten schweren Gewitter sind zum Glück nicht bei uns niedergegangen, so dass die Mädchen, die trotz Wetterprognose zum Reiten gekommen waren, etwas von dem Nachmittag hatten. Vorher gab es aber eine traurige Entdeckung: im Garten lagen ganz viele silbergraue und weiße Federn herum. Frauchen fand Mimi und Charlotte ( - die immer so schöne grüne Eier gelegt hat -). Beide waren tot. Entweder war das der Eier stehlende Marder, was natürlich dumm von ihm ist, denn wenn er die Hennen umbringt, hat er bald nichts mehr zu stehlen, oder ein Fuchs hat die kurze Zeit, in der das Tor offen stand, genutzt. Ich habe es leider nicht mitbekommen. (War wahrscheinlich zum Mittagsschläfchen im Museum...) Sonst hätte ich unsere Hühner natürlich verteidigt. Dass der Verlust noch viel größer war, haben wir erst gemerkt, als Frauchen den Hühnern gute Nacht gesagt hat. Es fehlen auch Berta und die Henne, die uns Conny geschenkt hat.

Als ob das nicht schon genug Unglück für einen Tag gewesen wäre, passierte dann noch etwas Schlimmes. Sjoli hatte auf der neuen Koppel im hohen Gras eines seiner Hufeisen verloren. Josi, Antonia und Frauchen suchten zusammen mit mir alles ab. Plötzlich rief Antonia ganz aufgeregt, wir sollten mal alle kommen. Da lag ein Babyfeldhase und konnte nicht weglaufen. Beide Hinterbeine waren kaputt. Normalerweise müsste ich mich als Hund auf so ein Häschen stürzen. Aber das geht ja gar nicht. Also habe ich mich artig hingesetzt und abgewartet. Antonia hat ihr T-Shirt ausgezogen und das Häschen wurde vorsichtig hineingetan und im Auto mitgenommen. Ich hab mir gedacht, dass das sicher ein Hasenkind von dem großen, für mich viel zu schnellen Hasen ist, den wir morgens immer auf der Koppel sehen. Vorher oder hinterher treffen wir auch immer einen Fuchs. Man könnte also sagen, Fuchs und Hase sagen sich hier Guten Morgen. Wir sind zu Schmidts gefahren, weil der Michael Tierarzt ist. Ich bin auch gleich aus dem Auto gestürzt, als Frauchen ausgestiegen ist. Da hat sie mich eingefangen und auf den Arm genommen. Evi, die Frau vom Tierarzt hat deshalb gedacht, ich sei die Patientin und ein Nachbar hat auch gleich ganz besorgt gefragt, was mit mir los sei. Mit Evi habe ich schon zusammen Theater gespielt. Da war sie ein Schäfer und ich hieß Saale und hatte eine sogenannte Schlüsselrolle. Deshalb kennen wir uns gut. Ihr Mann war noch nicht Zuhause, deshalb mussten wir das Häschen da lassen. Nicht viel später hat der Tierarzt angerufen und gesagt, dass er das Häschen leider nicht retten kann. Selbst wenn es operiert und überleben würde, hätte es danach kein gutes Leben. Hasen (eigentlich ja auch die im Stall) wollen herum hoppeln und Haken schlagen. Wir haben gehört wie Frauchen am Telefon gesagt hat, dass er „DAS“ dann so machen solle und wussten alle, was gemeint war. Antonia war richtig traurig. Frauchen hat zu ihr gesagt, es war trotzdem gut für das Häschen, dass sie es gefunden hat. Sonst hätte es wahrscheinlich noch Stunden im Gras gelegen und Schmerzen gehabt.

Um auf andere Gedanken zu kommen, habe ich danach bei der Theaterprobe in der Scheune zugeschaut. Momentan sind meine Leute dort fast jeden Abend, weil das neue Stück Ende Juni fertig sein muss. Na ja, da haben die noch ganz schön zu tun. Zum Beispiel ist noch gar nicht geklärt, ob ich wieder eine Rolle bekomme. Könnte ich aber, weil ein Jäger mit spielt. Jäger haben immer Hunde und die sehen fast so aus wie ich. Außerdem bräuchte dieser Jäger unbedingt eine Art Blindenhund, denn er sieht kaum etwas – natürlich nur im Theaterstück. So richtig weiß ich noch nicht, ob ich mitmachen möchte, denn letztes Jahr habe ich von Mal zu Mal mehr Lampenfieber bekommen. Die Menschen wurden immer entspannter und haben zwischen ihren Auftritten geredet und geraucht und getrunken. Nur ich war irgendwann fix und fertig. Dabei hatte ich ja nicht mal Text, den ich vergessen konnte.

Mo

09

Jun

2014

Hundstage...

Nennt man das jetzt Affenhitze oder Hundstage?

 

Obwohl, die Hundstage haben ursprünglich etwas mit einem Sternbild  (Ob das mir ähnlich sieht?) zu tun und das gibt es zwischen 23. Juli und 23. August zu sehen. Egal, auf jeden Fall ist es sauheiß! Ich liege den ganzen Tag entweder im kalten Flur, unter einem Baum oder unter dem Auto.

 

 

Ich würde ja gerne baden gehen, so wie früher einfach bei anderen Leuten in die Teiche oder Swimming Pools springen, aber die passen jetzt immer besser auf. Die Tümpel auf den Schlachtfeldern sind eingetrocknet und das Wasser in unserem Gartenteich von den Enten total verdreckt. Also doch keine nasse Abkühlung.

Meine Leute haben gut damit zu tun den Pferden ausreichend Wasser zu bringen. Ein paar Mal am Tag wird mit dem alten Pick up Wasser gefahren und noch während die Kanister ausgegossen werden, trinken es die Pferde weg. 30 Liter pro Tag und Pferd sind da gar nichts.

Fr

06

Jun

2014

Eierdiebe?

Das ist schon verrückt: neuerdings sind bei uns die Hühnereier knapp geworden. Und das nicht nur, weil immer viele Leute kommen und die absoluten Bioeier von Berta, Charlotte, Frieda und den anderen Hennen kaufen, sondern weil es offensichtlich einen Eierdieb gibt. Der hat vier Beine und ist blitzschnell. Die Nachbarin hat ihn wahrscheinlich gesehen und gesagt, es sei ein Marder. Frauchen schimpft, weil die paar verbliebenen Eier ja nicht mal richtig fürs Kuchenbacken zu Pfingsten reichen. Ich solle mal ein bisschen besser aufpassen, meint sie. Immerhin sei ich ja der Wachhund. Also ich finde, ich habe hier schon genug Stress. Außerdem schaue ich gerade lieber dem immer noch namenlosen Zicklein zu. Das übt schon fleißig Bocksprünge und manchmal fällt es dabei noch über seine eigenen Beine. Übrigens ist der lateinische Name für Ziege  ist Capra und das hat etwas mit Bocksprung zu tun – aber auch mit dem Wort kapriziös. Passt auch, finde ich, denn Ziegen sind manchmal schon sehr speziell.

Heute kommen übrigens auch Antonia und Vilja von ihren Klassenfahrten wieder. Die werden staunen über den Winzling und sicher viele Namensvorschläge machen. 

 

Di

03

Jun

2014

Nachwuchs ist da!

Bin ich jetzt eigentlich Tante? Aber der Reihe nach: Als Frauchen und ich heute Nachmittag von den Pferden kamen, begrüßte uns nur Cordula, die jüngerer Zwergziege und mähte ganz aufgeregt. „Wo ist denn Hildegard?“ hat Frauchen gefragt und wurde daraufhin zum Stall geführt. Hier lag die Gesuchte mit dick aufgeblähtem Bauch. Zumindest dachte Frauchen, dass Hildegard schlimme Bauchschmerzen habe. Es war nur komisch, dass auch das Euter derart dick war. Irgendwie ist das bis dahin niemand aufgefallen. Frauchen ist erst einmal ins Haus gerannt und hat im Ziegenbuch nachgelesen. Als sie zurück kam, hat sie den Kopf geschüttelt und gesagt, Hildegard könne in ihrem Alter eigentlich noch kein Baby bekommen und schließlich habe der Verkäufer ja davon auch nichts erwähnt.

Es war dann aber doch so. Ich habe heimlich in den Stall geschaut und gesehen, wie Frauchen den dicken Ziegenbauch gestreichelt hat und nach ein paar Minuten war alles vorbei. Da lag plötzlich im Stroh ein winziges, glitschiges Zicklein, das von seiner Ziegenmama lange abgeleckt und beschnuppert wurde. Obwohl Hildegard ja eigentlich noch minderjährig ist, wusste sie genau was zu tun ist in einem solchen Fall. Inzwischen läuft der Kleine (es ist ein Böckchen noch ohne Namen) wackelig herum und hat auch begriffen, wie er an die Milch kommt.

 

Momentan sieht es Hildegard nicht so gern, dass ich mich dem Kitz nähere, auch Cordula darf nicht zu nahe kommen. Aber ich kriege das schon hin, denn schließlich bin ich ja doch so eine Art Tante...

Sa

31

Mai

2014

Kampf dem Zackenschötchen

Gestern und heute sind Melanie, Karin und Selda mit ihrem Freund jeweils mit Spaten zur Koppel gegangen. Ich habe mich gewundert. Aber dann habe ich herausbekommen, was sie damit vorhatten. Auf den Wiesen und Feldern leuchtet es an einigen Stellen immer noch gelb, obwohl der Raps schon einige Zeit verblüht ist. Orientalisches Zackenschötchen nennt sich die Pflanze, die sich in den letzten Jahren hier ausgebreitet hat. Klingt nett und harmlos, ist es aber nicht. Diese Pflanze klaut den anderen ihren Platz und wenn man sie weiter wachsen lässt, finden die Pferde irgendwann nichts Gescheites zu fressen auf ihren Koppeln. Also ist ausbuddeln angesagt. Ich würde ja mitmachen, zumal mein Vater ein Terrier war und der Name von Terra – Erde kommt, weil solche Hunde so gern in der Erde graben, aber bei diesen Bodenverhältnissen braucht man Metallverstärkung!

Ich glaube, es gibt neuerdings hilfreiche Heinzelmännchen in Cospeda und nicht nur Menschen, die Koppelzäune zerschneiden. Da hat doch tatsächlich jemand am Rande der Wiesen beim Napoleonstein alle Zackenschötchen ausgegraben und entsorgt. Nun müssen wir dort zumindest nicht mehr schuften.  Leider steht auf einer anderen Koppel immer noch viel von dem Pseudoraps. Die Reiter müssen sich ran halten, sonst fällt der Samen aus und es wird noch mehr. Lisa, Josi und Frauchen haben gesagt, sie gehen mal abends los und nehmen eine Flasche mit, die Hugo heißt. Dann würde das Ganze sogar Spaß machen. Na das möchte ich sehen.

Sa

24

Mai

2014

Museumstag

Heute hatte ich alle Pfoten voll zu tun. Es war Museumstag und auch die Gedenkstätte 1806, die zu meinem Revier gehört (Das zumindest empfinde ich so und bewache die Straße hinter unserem Grundstück gleich noch mit...), hat sich auch beteiligt. Die netten Mitarbeiter vom Museum, mit denen ich befreundet bin, – schon wegen der Leckerlies – hatten viel vorbereitet und auch mich als Attraktion mit ins Programmheft aufgenommen. Es gab auch einen Rost mit Bratwürsten. Von dort fiel ab und an eine herunter – geradewegs in mein Maul...zumindest so lange bis es von meinen Leuten entdeckt wurde. Angeblich bin ich zu dick und soll so etwas nicht essen.

 In unserem Garten konnte man die Zwergziegen, Hühner und Laufenten anschauen und auf Djarfur und Hrima konnten Kinder reiten. Weil der Andrang groß war, wurde Mysla noch von der Koppel geholt. Sie musste dann doch nicht mehr arbeiten, was ihr sicher sehr entgegenkam. Julia, Carolin, Anna, Vilja und Antonia kümmerten sich um die Pferde, während Josi und Franzi zusammen mit Frauchen den Kuchen verkauften, den die Mütter der Reitmädchen gespendet hatten. Dann kamen noch die Männer von der Gönnatal agrar e.G. (Das sind die, die immer das Heu für unsere Pferde machen und deshalb ganz wichtig sind!) dazu und machten ihre Mittagspause am Museum und tranken bei uns Kaffee. Es war eine sehr entspannte Stimmung – bis dieser Hund vorbei geführt wurde: Irgendwie hat er mich provoziert. Die Menschen haben zwar nur gesehen, dass ein schwarzer Hund artig an der Leine neben seinem Herrchen lief, mich hat er aber so aufgeregt, dass ich ohne nach zu denken los geflitzt bin und ihn gezwickt habe. Ruck zuck hatten wir beiden eine richtige Prügelei. Frauchen und der andere Besitzer brüllten uns an und mir wurde etwas mulmig, weil der Hund ja viel größer als ich war. Und dann ist etwas Eigenartiges passiert. Lilli, meine Katzenfreundin, hat sich eingemischt. Sie sah doppelt so dick aus, weil sie alle Haare aufgestellt hatte. Sie hat angefangen den anderen Hund an zu fauchen und zu kratzen, weil sie mir helfen wollte. Und es hat geholfen! Die Menschen, die dabei waren, haben sich vor Schreck fast am Kaffee verschluckt und hinter noch lange über Lilli, die Kampfkatze, geredet. Ich habe einige kleinere Wunden. Aber Frauchen sagt, das geschähe mir recht. 

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